Neue Spezial-Vitrine für die „Frankfurter Silberinschrift“ im Archäologischen Museum Frankfurt
ffm. Das Archäologische Museum Frankfurt (AMF) präsentiert die
inzwischen weltweit bekannte „Frankfurter Silberinschrift“ aus dem
3. Jahrhundert in einer neuen, speziell angefertigten Vitrine von
Glasbau Hahn. Sie gewährleistet eine konservatorisch sichere und
zugleich angemessene Präsentation des außergewöhnlichen Fundes. Die
Vitrine wurde großzügig ermöglicht von der Dr. Marschner Stiftung,
mit deren Unterstützung ebenso die aktuelle Ausstellung „Archäologie
der Gedanken. Von der Kunst des Sichtbaren und Unsichtbaren“ der
Künstlerin Dagmar Schuldt realisiert werden konnte, die noch bis 31.
Mai im AMF zu sehen ist.
Es handelt sich um eine Hochsicherheitsvitrine mit Schadstofffilterung zur optimalen Konservierung der Objekte. Sie wurde von der Frankfurter Spezialfirma Glasbau Hahn gefertigt, einem international renommierten Hersteller von Museumsvitrinen, deren Systeme weltweit in großen Museen zur Präsentation und zum Schutz bedeutender Kulturgüter eingesetzt werden.
Der Fund der Frankfurter Silberinschrift gehört zu den spektakulärsten archäologischen Entdeckungen der vergangenen Jahre. Das nur etwa 3,5 Zentimeter große Silberamulett enthält eine dünne, zusammengerollte Silberfolie mit einer 18-zeiligen Inschrift, die erst mithilfe modernster Computertomographie-Technik digital „entrollt“ und entschlüsselt werden konnte. Die Analyse ergab, dass der Text vollständig christlich ist – ein außergewöhnlicher Befund für seine Zeit.
Besonders bemerkenswert ist das Alter des Fundes. Das Grab, in dem das Amulett entdeckt wurde, datiert zwischen 230 und 260 n. Chr. Damit stellt die Frankfurter Silberinschrift den frühesten sicheren Nachweis eines eindeutig christlichen Textes nördlich der Alpen dar. Vergleichbare Funde sind bislang mindestens etwa fünf Jahrzehnte jünger. Gefunden wurde das Amulett bei Ausgrabungen des Frankfurter Denkmalamtes in den Jahren 2017–2018 im römischen Gräberfeld „Heilmannstraße“ in Frankfurt-Praunheim, das zur antiken Stadt Nida gehörte – dem bedeutendsten römischen Zentrum der Region. Die Inschrift wurde 2024 durch ein interdisziplinäres Forschungsteam entschlüsselt, nachdem sie am Leibniz-Zentrum für Archäologie (LEIZA) in Mainz mittels hochauflösender Computertomographie untersucht worden war.
Ina Hartwig, Dezernentin für Kultur und Wissenschaft, sagt zur Neupräsentation: „Die Frankfurter Silberinschrift ist eine archäologische Entdeckung von internationaler Bedeutung. Dass wir dieses einzigartige Zeugnis der frühen Geschichte des Christentums nun in einer eigens dafür entwickelten, sicheren Vitrine präsentieren können, ist ein wichtiger Schritt für seine langfristige Bewahrung und für die Vermittlung an die Öffentlichkeit. Mein besonderer Dank gilt der Dr. Marschner Stiftung, die mit ihrer großzügigen Förderung sowohl diese Präsentation als auch die Ausstellung ‚Archäologie der Gedanken‘ ermöglicht und damit das kulturelle Leben unserer Stadt nachhaltig stärkt.“
Peter Gatzemeier, Stiftungsvorstand der Dr. Marschner Stiftung, erläutert: „Unsere Stiftung freut sich sehr, dass durch die ‚Frankfurter Silberinschrift‘ unsere Stadt um ein bedeutungsvolles, archäologisches Highlight reicher ist. Da war es für uns nur selbstverständlich, die notwendige Sicherheit durch eine professionelle Vitrine zu realisieren. Ich bin mir sicher, dass dieser einzigartige Fund, der weit über Frankfurt und Deutschland hinaus relevant ist, nicht nur Experten, sondern viele Menschen begeistert und den ausgezeichneten Ruf unseres Archäologischen Museums weiter stärkt.“
Wolfgang David, Leitender Direktor des AMF, sagt: „Seitdem die unersetzbare Silberinschrift sich in der neuen Vitrine befindet, die nach sicherheitstechnischer Beratung durch die Polizei und konservatorischen Vorgaben unseres Restauratorenteams gebaut wurde, kann ich deutlich ruhiger schlafen. Denn die aufsehenerregenden Diebstähle archäologischer Funde aus Museen in Manching, Assen und Lausanne sowie der Raub im Louvre sind erschreckend gegenwärtig. Auch vor diesem Hintergrund gilt größter Dank der Dr. Marschner Stiftung für die rasche und großzügige Förderung.“
Die neue Präsentation im Archäologischen Museum Frankfurt trägt der herausragenden wissenschaftlichen Bedeutung des Fundes Rechnung und ermöglicht Besucherinnen und Besuchern einen unmittelbaren Blick auf eines der frühesten Zeugnisse des Christentums nördlich der Alpen.
Fotos Freuen sich über die neue Vitrine (v.l.): Wolfgang David, Leitender Direkter Archäologisches Museum Frankfurt, Ina Hartwig, Dezernentin für Kultur und Wissenschaft Frankfurt, und Peter Gatzemeier, Stiftungsvorstand der Dr. Marschner Stiftung, Copyright: Archäologisches Museum Frankfurt, Foto: Christoph Boeckheler
Die neue Hochsicherheitsvitrine mit Schadstofffilterung zur optimalen Konservierung im Archäologischen Museum Frankfurt, Copyright: Archäologisches Museum Frankfurt, Foto: Christoph Boeckheler
Wolfgang David, Leitender Direktor Archäologisches Museum (rechts) erläutert Kulturdezernentin Ina Hartwig (mitte) und dem Stiftungsvorstand der Dr. Marschner Stiftung, Peter Gatzemeier, die Vorzüge der neuen Vitrine der Frankfurter, Copyright: Archäologisches Museum Frankfurt, Foto: Christoph Boeckheler
Kontakt für die Medien Holger Kieburg, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit und Wissenschaftskommunikation, Archäologisches Museum Frankfurt, Telefon 069/212-36747, E-Mail
holger.kieburg@stadt-frankfurt.de
Es handelt sich um eine Hochsicherheitsvitrine mit Schadstofffilterung zur optimalen Konservierung der Objekte. Sie wurde von der Frankfurter Spezialfirma Glasbau Hahn gefertigt, einem international renommierten Hersteller von Museumsvitrinen, deren Systeme weltweit in großen Museen zur Präsentation und zum Schutz bedeutender Kulturgüter eingesetzt werden.
Der Fund der Frankfurter Silberinschrift gehört zu den spektakulärsten archäologischen Entdeckungen der vergangenen Jahre. Das nur etwa 3,5 Zentimeter große Silberamulett enthält eine dünne, zusammengerollte Silberfolie mit einer 18-zeiligen Inschrift, die erst mithilfe modernster Computertomographie-Technik digital „entrollt“ und entschlüsselt werden konnte. Die Analyse ergab, dass der Text vollständig christlich ist – ein außergewöhnlicher Befund für seine Zeit.
Besonders bemerkenswert ist das Alter des Fundes. Das Grab, in dem das Amulett entdeckt wurde, datiert zwischen 230 und 260 n. Chr. Damit stellt die Frankfurter Silberinschrift den frühesten sicheren Nachweis eines eindeutig christlichen Textes nördlich der Alpen dar. Vergleichbare Funde sind bislang mindestens etwa fünf Jahrzehnte jünger. Gefunden wurde das Amulett bei Ausgrabungen des Frankfurter Denkmalamtes in den Jahren 2017–2018 im römischen Gräberfeld „Heilmannstraße“ in Frankfurt-Praunheim, das zur antiken Stadt Nida gehörte – dem bedeutendsten römischen Zentrum der Region. Die Inschrift wurde 2024 durch ein interdisziplinäres Forschungsteam entschlüsselt, nachdem sie am Leibniz-Zentrum für Archäologie (LEIZA) in Mainz mittels hochauflösender Computertomographie untersucht worden war.
Ina Hartwig, Dezernentin für Kultur und Wissenschaft, sagt zur Neupräsentation: „Die Frankfurter Silberinschrift ist eine archäologische Entdeckung von internationaler Bedeutung. Dass wir dieses einzigartige Zeugnis der frühen Geschichte des Christentums nun in einer eigens dafür entwickelten, sicheren Vitrine präsentieren können, ist ein wichtiger Schritt für seine langfristige Bewahrung und für die Vermittlung an die Öffentlichkeit. Mein besonderer Dank gilt der Dr. Marschner Stiftung, die mit ihrer großzügigen Förderung sowohl diese Präsentation als auch die Ausstellung ‚Archäologie der Gedanken‘ ermöglicht und damit das kulturelle Leben unserer Stadt nachhaltig stärkt.“
Peter Gatzemeier, Stiftungsvorstand der Dr. Marschner Stiftung, erläutert: „Unsere Stiftung freut sich sehr, dass durch die ‚Frankfurter Silberinschrift‘ unsere Stadt um ein bedeutungsvolles, archäologisches Highlight reicher ist. Da war es für uns nur selbstverständlich, die notwendige Sicherheit durch eine professionelle Vitrine zu realisieren. Ich bin mir sicher, dass dieser einzigartige Fund, der weit über Frankfurt und Deutschland hinaus relevant ist, nicht nur Experten, sondern viele Menschen begeistert und den ausgezeichneten Ruf unseres Archäologischen Museums weiter stärkt.“
Wolfgang David, Leitender Direktor des AMF, sagt: „Seitdem die unersetzbare Silberinschrift sich in der neuen Vitrine befindet, die nach sicherheitstechnischer Beratung durch die Polizei und konservatorischen Vorgaben unseres Restauratorenteams gebaut wurde, kann ich deutlich ruhiger schlafen. Denn die aufsehenerregenden Diebstähle archäologischer Funde aus Museen in Manching, Assen und Lausanne sowie der Raub im Louvre sind erschreckend gegenwärtig. Auch vor diesem Hintergrund gilt größter Dank der Dr. Marschner Stiftung für die rasche und großzügige Förderung.“
Die neue Präsentation im Archäologischen Museum Frankfurt trägt der herausragenden wissenschaftlichen Bedeutung des Fundes Rechnung und ermöglicht Besucherinnen und Besuchern einen unmittelbaren Blick auf eines der frühesten Zeugnisse des Christentums nördlich der Alpen.
Fotos Freuen sich über die neue Vitrine (v.l.): Wolfgang David, Leitender Direkter Archäologisches Museum Frankfurt, Ina Hartwig, Dezernentin für Kultur und Wissenschaft Frankfurt, und Peter Gatzemeier, Stiftungsvorstand der Dr. Marschner Stiftung, Copyright: Archäologisches Museum Frankfurt, Foto: Christoph Boeckheler
Die neue Hochsicherheitsvitrine mit Schadstofffilterung zur optimalen Konservierung im Archäologischen Museum Frankfurt, Copyright: Archäologisches Museum Frankfurt, Foto: Christoph Boeckheler
Wolfgang David, Leitender Direktor Archäologisches Museum (rechts) erläutert Kulturdezernentin Ina Hartwig (mitte) und dem Stiftungsvorstand der Dr. Marschner Stiftung, Peter Gatzemeier, die Vorzüge der neuen Vitrine der Frankfurter, Copyright: Archäologisches Museum Frankfurt, Foto: Christoph Boeckheler
Kontakt für die Medien Holger Kieburg, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit und Wissenschaftskommunikation, Archäologisches Museum Frankfurt, Telefon 069/212-36747