Neuordnung Grafenstraße
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Der Magistrat der Wissenschaftsstadt Darmstadt hat in seiner Sitzung am Mittwoch (27.) die Neuordnung der Verkehrsführung in der Grafenstraße zwischen Bismarck- und Rheinstraße beschlossen.„Die Verkehrssituation in der Grafenstraße ist seit langem unbefriedigend. Regelmäßig blockieren Rückstaus den Straßenraum und behindern Linienbusse, Autos und den Radverkehr. Vor dem Parkhaus des Fachärztezentrums kommt es insbesondere zwischen 9 und 12 Uhr regelmäßig zu Verkehrsbehinderungen, weil das Parkhaus stark ausgelastet ist. Wartende Fahrzeuge blockieren dann die Fahrbahn, anstatt etwa das Klinikum-Parkhaus in der Bleichstraße zu nutzen. Infolge dessen ist die Grafenstraße zeitweise nicht mehr passierbar, die gleichzeitig eine zentrale Nord-Süd-Verbindung für den Radverkehr zwischen Johannesviertel und Innenstadt ist“, so Mobilitätsdezernent Paul Georg Wandrey.Die Stadtverordnetenversammlung hatte sich mit der Situation in der Grafenstraße im Frühjahr 2025 ebenfalls befasst und die Verwaltung aufgefordert, ohnehin angedachte Planungen zur Radwegführung in der Grafenstraße vorrangig zu bearbeiten. Diesem Auftrag ist die Fachverwaltung nun nachgekommen.Künftig wird die Grafenstraße zwischen Bismarck- und Rheinstraße als Fahrradstraße ausgewiesen. Ergänzend wird die Verkehrsführung für den motorisierten Verkehr neu organisiert. Herzstück der Umgestaltung ist ein überwiegend baulich gesicherter Mittelstreifen. Dieser soll unerlaubte Überholvorgänge, das Nebeneinander wartender Fahrzeuge, das Linksabbiegen ins Parkhaus sowie überhöhte Geschwindigkeiten verhindern.„Mit der Fahrradstraße stärken wir den Radverkehr und sorgen gleichzeitig dafür, dass der ÖPNV wieder zuverlässig fahren kann. Gleichzeitig verbessern wir die Sicherheit für den Fußverkehr und stabilisieren den Verkehrsfluss auf dem Cityring, weil Rückstaus aus der Grafenstraße künftig deutlich reduziert werden sollen. Auch der Verkehrsfluss des motorisierten Verkehrs wird optimiert“, so Wandrey weiter. Zusätzlich sind neue Markierungen, Beschilderungen sowie Sperrpfosten und mobile Inselelemente vorgesehen. Für die Umsetzung entfallen auf rund 300 Metern etwa 25 Parkstände.Im Abschnitt zwischen Bismarck- und Bleichstraße wird die Einfahrt künftig eingeschränkt: Von der Bismarckstraße aus dürfen dann nur noch Lieferverkehr, Krankenfahrzeuge, Nutzer des Parkhauses, Taxis sowie Linienbusse in die Grafenstraße einfahren. Der bisherige Durchgangsverkehr wird auf alternative Routen über den Mathildenplatz gelenkt.Die Zufahrt zum Parkhaus des Fachärztezentrums soll künftig ausschließlich über die Bismarckstraße erfolgen. Gleichzeitig weist die Stadt auf freie Kapazitäten im Klinikum-Parkhaus in der Bleichstraße hin. Für Krankenfahrzeuge werden zusätzliche Stellplätze unmittelbar am Fachärztezentrum eingerichtet.Aus Richtung City-Ring wird die Einfahrt in die Grafenstraße künftig nur noch für den Rad- und Linienverkehr, für Taxis und Einsatzfahrzeuge möglich sein. Zudem wird der bestehende Taxistand erweitert. Dafür entfallen auf der östlichen Seite der Grafenstraße 17 Parkstände. Die Bushalteplätze werden von der Grafenstraße in die Gustav-Lorenz-Straße verlegt.Im südlichen Abschnitt zwischen Bleich- und Rheinstraße bleibt die Fahrradstraße grundsätzlich für den Kfz-Verkehr freigegeben. Damit wird sichergestellt, dass Anwohnerinnen und Anwohner, Kundinnen und Kunden sowie Lieferverkehr die Mollerstadt weiterhin ansteuern oder von dort wegfahren können (sogenannter Ziel- und Quellverkehr). Gleichzeitig soll der momentan hohe Anteil an Durchgangsverkehr durch gezielte Abbiegegebote deutlich reduziert werden. In Richtung Süden dürfen künftig nur noch Rad- und Lieferverkehr sowie Taxis die Kreuzung Grafen-/Rheinstraße geradeaus passieren. Linienbusse können weiterhin Richtung Luisenplatz abbiegen. Für den übrigen Verkehr werden alternative Routen über Kasinostraße, Rheinstraße, City-Tunnel und Hügelstraße empfohlen.Auch an der Kreuzung Grafen-/Bleichstraße wird die Verkehrsführung angepasst: In Fahrtrichtung Norden dürfen analog zur Fahrradstraßenregelung nur noch Rad- und Linienverkehr sowie Taxis geradeaus fahren.„Natürlich zeigt gerade die Diskussion um die Grafenstraße auch, dass ein dauerhafter Mobilitätsfrieden nicht dadurch entsteht, dass man Konflikte ignoriert. Wir müssen unterschiedliche Verkehrsarten so organisieren, dass die Stadt insgesamt besser funktioniert – sicherer, verlässlicher und mit weniger gegenseitigen Behinderungen. Die Umsetzung der Gesamtmaßnahme ist für das Jahr 2027 vorgesehen“, so Wandrey abschließend.