Neupräsentation im Archäologischen Museum: Sassanidische und byzantinische Kunst im Fokus

Veröffentlicht: Neuigkeiten Ort: Frankfurt

ffm. Das Archäologisches Museum Frankfurt (AMF) präsentiert ab sofort eine neu gestaltete Vitrine mit sassanidischen und byzantinischen Objekten in der Abteilung „Alter Orient“. Die neue Präsentation, die von Hristomir Hristov, Kustos für Klassische Archäologie und Alter Orient, eingerichtet wurde, eröffnet Besucherinnen und Besuchern einen eindrucksvollen Einblick in die Kunst, Kultur und Geschichte zweier bedeutender Reiche der Spätantike, circa 4. bis 5. Jahrhundert nach Christus, und des frühen Mittelalters, circa 6. bis 10. Jahrhundert nach Christus.

Im Zentrum der Neupräsentation steht das Sassanidische Reich, das über Jahrhunderte hinweg ein mächtiger Gegenspieler des Römischen und später des Oströmischen Reiches war. Die Kerngebiete dieses Reiches lagen im heutigen Iran. Herausragende Beispiele sassanidischer Kunst bilden fein gearbeitete Metallobjekte, darunter reich verzierte Schalen aus Edelmetall. Besonders bemerkenswert ist eine seltene sogenannte Bootsschale sowie eine rund gestaltete Schale mit kunstvoll ausgeführten Weinranken, die von einem zentralen Medaillon ausgehen. Die Darstellung von Vögeln, Vierfüßlern sowie Wasserwesen verweist auf das Motiv eines paradiesischen Gartens.

Ergänzt wird diese Objektgruppe durch filigrane Gürtelplatten aus Gold, aufwendig gestaltete Schwertscheidenbeschläge sowie eine Bronzepatrize zur Herstellung figürlicher Ornamente. Diese Objekte veranschaulichen die hohe technische und künstlerische Qualität sassanidischer Metallverarbeitung.

Einen weiteren Schwerpunkt bildet das Byzantinische Reich, das sich im östlichen Mittelmeerraum als prägende Macht etablierte. Die ausgestellten Artefakte verdeutlichen insbesondere die zentrale Rolle des Christentums in Byzanz. Zu sehen sind unter anderem ein bronzenes Rauchfass für liturgische Zwecke, ein goldenes Pektoralkreuz, ein silbernes Medaillon mit Heiligendarstellung sowie Enkolpien – Brustkreuze zur Aufbewahrung von Reliquien.

Darüber hinaus zeugen kunstvoll gefertigte Alltags- und Schmuckgegenstände von der Vielfalt byzantinischer Handwerkskunst: ein goldener Ohrring mit Pfauenmotiv als Symbol christlicher Ikonographie, ein Pilgerfläschchen mit der Darstellung eines Heiligtums sowie Gefäße aus Alabaster, Glas und Ton. Auch Werkzeuge wie ein Goldschmiedehammer sowie eine massiv gegossene Gürtelschnalle mit Panthermotiv geben Einblick in die handwerklichen Techniken der Zeit.

Die Neupräsentation wird durch ausgewählte Objekte weiterer Kulturen ergänzt, darunter Gürtelgarnituren der Awaren, die als Statussymbole einer kriegerischen Elite dienten, sowie Exponate aus der nachsassanidischen und osmanischen Zeit, welche die kulturellen Transformationsprozesse im östlichen Mittelmeerraum veranschaulichen.

Mit der neuen Präsentation in der Abteilung „Alter Orient“ lädt das AMF dazu ein, die komplexen Wechselbeziehungen zwischen den Kulturen des Orients und des Mittelmeerraums zu entdecken.

Fotos Hristomir Hristov (links), Kustos für Klassische Archäologie und Alter Orient, und Wolfgang David, Leitender Direktor des Archäologischen Museums Frankfurt, vor der neuen Vitrine, Copyright: Archäologisches Museum Frankfurt, Foto: Christoph Boeckheler 

Sassanidische Gürtel-Zierplatten, Gold. 3. bis 7. Jahrhundert nach Christus, Copyright: Archäologisches Museum Frankfurt, Foto: Christoph Boeckheler 

Silberschale aus Nordiran, Copyright: Archäologisches Museum Frankfurt, Foto: Christoph Boeckheler 

Kontakt für die Medien Holger Kieburg, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit und Wissenschaftskommunikation, Archäologisches Museum Frankfurt, Telefon 069/212-36747 , E-Mail holger.kieburg@stadt-frankfurt.de