Oberbürgermeister Josef: „Wirtschaftlicher Erfolg und gesellschaftliche Verantwortung gehören zusammen“

Veröffentlicht: Neuigkeiten Ort: Frankfurt

Zwei Talks und ein „Markt der Möglichkeiten“ boten Gelegenheit zum Austausch zwischen Ehrenamtlichen und Betrieben

ffm. Im „Jahr des Engagements“ hat Oberbürgermeister Mike Josef am Freitag, 29. Mai, gemeinsam mit der Stiftung Polytechnische Gesellschaft, der Handwerkskammer (HWK) und der Industrie- und Handelskammer (IHK) zur Veranstaltung „Engagiert für Frankfurt – Wirtschaft und Ehrenamt“ in den Römer eingeladen. In zwei Talks diskutierten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer über Mehrwert, Herausforderungen und Best-Practice-Beispiele des Unternehmensengagements. Moderiert wurde die Veranstaltung von Jasmin Schülke, Chefredakteurin des Journal Frankfurt. Das Journal Frankfurt ist Medienpartner im Kampagnenjahr. 

„Wenn wir über den Zusammenhalt unserer Gesellschaft sprechen, dann denken viele zuerst an Politik, Gesetz oder staatliche Institutionen. Doch eine starke Gesellschaft entsteht nicht allein durch Regeln und Verwaltung“, sagte Oberbürgermeister Josef bei seiner Eröffnungsrede. „Sie entsteht dort, wo Menschen Verantwortung übernehmen – füreinander, für ihre Region und für die Zukunft. Eine bedeutende Kraft wollen wir heute in den Mittelpunkt stellen: Unternehmerisches Engagement für eine starke Zivilgesellschaft.“ Viele Unternehmerinnen und Unternehmer würden Schulen, Sportvereine, kulturelle Projekte oder soziale Einrichtungen unterstützen. Sie investierten Zeit, Wissen und finanzielle Mittel vor Ort, in der Region. „Dieses Engagement zeigt: Wirtschaftlicher Erfolg und gesellschaftliche Verantwortung gehören zusammen“, sagte Josef. Für ihn persönlich bedeute Ehrenamt, nicht nur zu fragen, was die Gesellschaft für einen selbst tun könne, sondern auch, was man für andere tun kann. Denn wenn Unternehmen Vereine unterstützen, Stiftungen soziale Projekte förderten oder Handwerksbetriebe Mitarbeitende ermutigten, sich ehrenamtlich einzubringen, entstünden starke Netzwerke. „Daraus wachsen Vertrauen, Zusammenhalt und neue Chancen für viele Menschen. Eine demokratische und solidarische Gesellschaft braucht genau diesen Einsatz,“ sagte Josef.

Jana-Maria Keine, Bereichsleiterin „Bildung für Demokratie und zivilgesellschaftliches Engagement“ der Stiftung Polytechnische Gesellschaft, hob ebenfalls die Wirkung von Engagement für die Zivilgesellschaft hervor: „Eine starke und zukunftsfähige Stadtgesellschaft entsteht dort, wo Verantwortung gemeinsam getragen wird. Deshalb braucht es eine moderne Verantwortungspartnerschaft zwischen Wirtschaft, öffentlicher Hand und Zivilgesellschaft – getragen von dem gemeinsamen Ziel, gesellschaftlichen Zusammenhalt, Teilhabe und eine demokratische Kultur des Miteinanders zu fördern.“

Susanne Haus, Präsidentin der Handwerkskammer Frankfurt-Rhein-Main, betonte beim Diskussionspanel zu Strategien für gutes Unternehmensengagement die Selbstverständlichkeit von Ehrenamt im Handwerk: „Ehrenamt im Handwerk, das ist DNA und keine Business-Strategie. Das Handwerk, sei es hier im Rhein-Main-Gebiet oder in Hamburg, funktioniert nur durch ehrenamtliches Engagement.“ Handwerk ohne Ehrenamt sei für sie schlichtweg nicht möglich: „Alle wichtigen Gremien sind mit ehrenamtlich tätigen Handwerkerinnen und Handwerkern besetzt. Von der Ausbildung des Nachwuchses bis hin zur Interessenvertretung in den Kommunen – das Ehrenamt im Handwerk übernimmt Verantwortung, neben der alltäglichen Arbeit im Betrieb.“ Umso erstaunlicher sei es, dass viele Handwerkerinnen und Handwerker darüber hinaus auch noch in klassischen Ehrenämtern tätig seien, in Vereinen oder bei der Freiwilligen Feuerwehr. „Das gehört einfach dazu, ganz selbstverständlich, und zeigt unsere starke Verankerung in der Gesellschaft“, sagte Haus.

Auch Klaus-Stefan Ruoff, Vizepräsident der IHK Frankfurt, nahm an dem Diskussionspanel teil. Für ihn stand die wirtschaftliche Bedeutung von Engagement im Vordergrund: „Gesellschaftliches Engagement ist weit mehr als eine Geste des guten Willens, es ist ein Standortfaktor.“ Unternehmen, die Verantwortung für ihr Umfeld übernähmen, festigten nicht nur den sozialen Zusammenhalt, sondern stärkten auch ihre eigene Wettbewerbsfähigkeit. „Fachkräftegewinnung, Mitarbeiterbindung, lokale Vernetzung, all das gelingt dort besser, wo Wirtschaft und Zivilgesellschaft als echte Partner agieren“, sagte Ruoff. Er verstehe seine Organisation dabei als Brückenbauerin: „Wir ermutigen Unternehmen, sich zu engagieren, und bieten ihnen auch Unterstützungsangebote, um dieses Engagement dauerhaft zu verankern. Frankfurt braucht Verantwortungspartnerschaften, die über Einzelaktionen hinausgehen.“

Genau solche Verantwortungspartnerschaften konnten Vertreterinnen und Vertreter aus Ehrenamtsorganisationen und Wirtschaft im Anschluss an die Talks beim „Markt der Möglichkeiten“ knüpfen und sich über ihre Potenziale und Herausforderungen austauschen.

Anlass für die Veranstaltung ist das „Jahr des Engagements“, das die Stadt Frankfurt am Main für 2026 ausgerufen hat. Es soll das Ehrenamt in Frankfurt sichtbar machen. Neben dem privaten Ehrenamt wird dabei auch das Unternehmensengagement besonders in den Fokus genommen. Bei der Talk-Veranstaltung „Engagiert für Frankfurt – Wirtschaft und Ehrenamt“ sollten neue Impulse gesetzt und eine Möglichkeit des Austauschs, der Vernetzung und des Lernens voneinander geschaffen werden.

Fotos Oberbürgermeister Mike Josef begrüßt die Gäste im Kaisersaal, Copyright: Stadt Frankfurt am Main, Foto: Martin Leissl 

Susanne Haus, Präsidentin der Handwerkskammer Frankfurt Rhein-Main, Copyright: Stadt Frankfurt am Main, Foto: Martin Leissl 

Talkrunde (v.l.): Oberbürgermeister Mike Josef, Susanne Haus, Präsidentin der Handwerkskammer, IHK-Vizepräsident Klaus-Stefan Ruoff, Jana-Maria Keine von der Stiftung Polytechnische Gesellschaft und Moderatorin Jasmin Schülke, Copyright: Stadt Frankfurt am Main, Foto: Martin Leissl