Planungswettbewerb für „Produktives Quartier Gutleut-West“ startet Ende 2026

Veröffentlicht: Neuigkeiten Ort: Frankfurt

Land Hessen stellt 950.000 Euro für das Projekt bereit

ffm. Die Stadt Frankfurt am Main erhält rund 950.000 Euro für das Projekt „Produktives Quartier Gutleut-West“ vom Hessischen Ministerium für Wirtschaft, Energie, Verkehr, Wohnen und ländlichen Raum. Die Förderung erfolgt im Rahmen des Landesprogramms „Multifunktional und flächensparsam: Das Wohnquartier von morgen – Zukunftsweisende Ideen für neues Bauen“. Mit diesem Förderprogramm werden innovative Modellprojekte mit Wohnbezug unterstützt.

Klimawandelangepasste Stadtentwicklung und Resilienz durch Nutzungsmischung

Ziel des Projekts ist es, Gutleut-West als nutzungsgemischtes, klimaangepasstes und gemeinwohlorientiertes Stadtquartier weiterzuentwickeln. Wohnen, stadtverträgliches Gewerbe, Handwerk und soziale Infrastruktur sollen enger miteinander verknüpft werden. Zugleich werden hohe energetische Standards für Neubauten angestrebt und Freiräume aufgewertet. Beispiele hierfür sind die Weiterentwicklung der Uferzone am Main zu einem begrünten Freizeit- und Erholungsbereich sowie der Ausbau der blau-grünen Infrastruktur. Ergänzend zur Weiterentwicklung des Bestands sind gemischt genutzte Gebäude vorgesehen, etwa mit gewerblichen Nutzungen in den unteren beiden Geschossen, dem sogenannten „produktiven Sockel“, und Wohnungen in den oberen Etagen.

Ein weiterer Schwerpunkt ist das Leitbild der „Stadt der kurzen Wege“. Wohnen, Arbeiten, Versorgung, Bildung und Freizeit sollen im Quartier gut erreichbar sein. Der Ausbau des öffentlichen Personennahverkehrs reduziert die Abhängigkeit vom privaten Pkw und stärkt die nachhaltige Mobilität, unter anderem durch die Verlängerung der Straßenbahnlinie 13 in der Gutleutstraße.

Mit der Förderung verfolgt das Land das Ziel, ehemalige Gewerbequartiere zu nutzungsgemischten Stadtquartieren weiterzuentwickeln und damit mehrere städtebauliche und wirtschaftliche Ziele zugleich zu erreichen. Durch die enge Verzahnung von Wohnen, Arbeiten und Versorgung entstehen kurze Wege, die die Lebensqualität erhöhen und lebendige Quartiere stärken. Zugleich setzt das Land auf eine flächensparende Entwicklung: Bestehende Areale sollen intelligenter und nachhaltiger genutzt werden, statt neue Flächen zu versiegeln. Dies stärkt die Ressourceneffizienz und unterstützt langfristig die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts Frankfurt und der Region Rhein-Main.

Kooperativer Entwicklungsprozess und Planungswettbewerb

Die Quartiersentwicklung erfolgt als kooperativer Prozess, in den die Verwaltung, zukünftige Nutzerinnen und Nutzer, Menschen aus dem Stadtteil sowie Expertinnen und Experten einbezogen werden. Gemeinsam sollen übergeordnete Entwicklungsziele erarbeitet werden. Hierzu zählen Themen wie Nutzungsmischung, neue Wohnformen und Nachbarschaft, Mobilität und öffentlicher Raum, innovative Bautechniken und Nachhaltigkeit.

Diese Ziele bilden die Grundlage für einen zweistufigen städtebaulich-freiraumplanerischen Wettbewerb, der im vierten Quartal 2026 startet. In diesem Verfahren erarbeiten Planungsteams aus Architektinnen und Architekten sowie Stadtplanerinnen und Stadtplanern zusammen mit Landschaftsarchitektinnen und -architekten konkrete Planungsideen für die Quartiersentwicklung. Neben den drei Büros aus dem Dialogverfahren können sich weitere Arbeitsgemeinschaften mit einer Ideenskizze für die Teilnahme qualifizieren. In dieser müssen sie ihre Motivation und den Zugang zur Aufgabe erläutern. Die entsprechenden Bewerbungsunterlagen werden im dritten Quartal abrufbar sein. Der Siegerentwurf bildet schließlich die Grundlage für den Bebauungsplan, der wiederum die Konzeptvergabe der Grundstücke ermöglicht.

Marcus Gwechenberger, Dezernent für Planen und Wohnen, sagt: „Die Förderzusage ist eine wichtige Anerkennung für unseren Ansatz einer strategischen Stadtentwicklung. Zugleich gehen wir jetzt den nächsten Schritt: Mit dem Planungswettbewerb schaffen wir die Basis für konkrete, qualitätsvolle Planungsideen für die Quartiersentwicklung. Das Produktive Quartier Gutleut-West steht exemplarisch für eine bestandsorientierte Transformation – von einem rein gewerblich geprägten Areal hin zu einem gemischt genutzten, produktiven Stadtquartier. So stärken wir den Wirtschaftsstandort Frankfurt, eröffnen Perspektiven für Gewerbe, Produktion, Kultur und Wohnen. Gleichzeitig sichern wir so auch eine vielfältige Nutzungsmischung im Quartier.“

Hintergrund – „Produktives Quartier Gutleut-West“

Das Projektgebiet liegt südwestlich des Hauptbahnhofs, hinter der Main-Neckar-Brücke bis zum Betonwerk am Gutleuthafen. Geplant ist ein gemischt genutztes Stadtquartier. Dabei sollen auch Bestandsgebäude für neue Nutzungen umgebaut werden, unter anderem ein ehemaliges Hochregallager als Interimsspielstätte der Städtischen Bühnen sowie ein Kinderhort aus der Zeit des „Neuen Frankfurt“ als Quartierspavillon und Treffpunkt.

Foto Luftbild Gutleutviertel mit Blick auf Wurzelsiedlung, Interim Städtische Bühnen und Gleisfeld Frankfurter Hauptbahnhof, Copyright: Stabsstelle Städtische Bühnen Frankfurt, Foto: Felix Krumbholz 

Kontakt für die Medien Sebastian Tokarz, Referent für Öffentlichkeitsarbeit, Dezernat für Planen und Wohnen, Telefon 069/212-71055 , E-Mail presse.dezernat03@stadt-frankfurt.de