Preis der Stadt Darmstadt für soziale Verdienste
Preisverleihung für soziale Verdienste 2026. Quelle: Wissenschaftsstadt Darmstadt
Die Wissenschaftsstadt Darmstadt hat die Luise-Büchner-Bibliothek, das FrauenKultur Zentrum e.V., die Kooperation Frauen e.V., Frau Leben Freiheit Darmstadt und den Deutschen Kinderschutzbund BV Darmstadt e.V. mit dem Preis der Stadt Darmstadt für soziale Verdienste ausgezeichnet. Mit der Auszeichnung geht ein Preisgeld in Höhe von je 500 Euro einher. „Die Preisträger leisten bedeutende Beiträge für die soziale und kulturelle Infrastruktur unserer Stadt und stärken mit ihrer Arbeit den Zusammenhalt unserer Stadtgesellschaft“, so Oberbürgermeister Hanno Benz.Die Luise-Büchner-Bibliothek ist seit den 1970er Jahren eine bundesweit bedeutende Einrichtung zur Bewahrung und Vermittlung feministischer Geschichte sowie von Frauen-, Geschlechter- und queeren Perspektiven. Als öffentlich zugängliche Spezialbibliothek macht sie Quellen der Frauenbewegung sichtbar, stärkt die Auseinandersetzung mit den Themen Gleichstellung, sexuelle Selbstbestimmung und vielfältige Lebensentwürfe und schließt bestehende Forschungslücken. Durch Bildungsarbeit, Veranstaltungen und den Luise-Büchner-Preis verbindet sie die historische Frauenbewegung mit aktuellen gesellschaftspolitischen Diskursen und trägt zur politischen Bildung bei.Der Verein FrauenKulturZentrum e.V. setzt sich seit 30 Jahren für die Gleichberechtigung von Frauen, insbesondere für lesbisch lebende Frauen, ein. Das Zentrum bietet einen diskriminierungsfreien realen und virtuellen Raum für Beratung, Vernetzung, Coming-Out-Begleitung sowie kulturelle und politische Bildungsarbeit und stärkt damit die Sichtbarkeit weiblicher Lebensentwürfe. Unabhängig von politischer Couleur und Konfession leistet der Verein einen Beitrag zu Teilhabe, Selbstbestimmung und feministischer Bildungsarbeit in Darmstadt.Der Verein Kooperation Frauen e.V. engagiert sich seit 30 Jahren für die Gleichberechtigung von Frauen und wirkt gesellschaftlicher Benachteiligung entgegen. Das Frauenzentrum Darmstadt bietet einen diskriminierungsfreien realen und virtuellen Raum für Frauen, lesbisch lebende Frauen sowie Frauen aus Migrantinnen-Selbstorganisationen und stärkt damit die Sichtbarkeit vielfältiger Lebensentwürfe. Mit Beratung, Vernetzung, Bildungsarbeit sowie Kultur- und Freizeitangeboten leistet der Verein einen Beitrag zu politischer Bildung, Empowerment und sozialer Teilhabe. Das Frauenzentrum ist ein zentraler Ort feministischer Praxis und ein Anker für Frauen verschiedener Generationen und Kulturen.Die Initiative „Frau Leben Freiheit Darmstadt“ engagiert sich seit 2022 für Menschenrechte, insbesondere für die Rechte von Frauen, sowie für politische Bildung, gesellschaftliche Solidarität und interkulturellen Dialog. Entstanden aus Mahnwachen nach dem Tod von Jina Mahsa Amini hat sie sich zu einer festen zivilgesellschaftlichen Stimme in Darmstadt entwickelt. Durch Veranstaltungen, Ausstellungen und Kooperationen informiert sie über die Situation von Frauen im Iran, stärkt demokratische Beteiligung und macht globale Menschenrechtsthemen für die Stadtgesellschaft sichtbar. Parteiunabhängig bringt die Initiative Menschen unterschiedlicher Herkunft zusammen und schafft Räume für Austausch über Gleichberechtigung und gesellschaftliche Verantwortung. Angesichts anhaltender Repressionen im Iran leistet ihr Engagement einen Beitrag zur lokalen Menschenrechtsarbeit. Das Preisgeld soll stellvertretend für die Initiative zur Verwaltung an das Hoffart-Theater e.V. übergeben werden.Der Kinderschutzbund Darmstadt bietet mit ehrenamtlichen Projekten Unterstützung für Kinder, Jugendliche und Familien. Dazu gehören unter anderem die Familienpatinnen und -paten, die Familien besuchen und begleiten, die sich in einer vorübergehenden Notlage befinden. Familien, Eltern, Alleinerziehende, Kinder und Jugendliche brauchen Menschen, die Zeit haben, einfach zuhören, Mut machen, auch in schwierigen Momenten ein kontinuierliches und verlässliches Beziehungsangebot aufrechterhalten, praktische Hilfe in Belastungssituationen leisten, zur Überwindung sozialer Isolation beitragen, die Anbindung an Netzwerke vor Ort anregen und unterstützen, bei Bedarf Ämtergänge oder Arztbesuche begleiten, ihre eigene Erfahrung und ihr eigenes Wissen weitergeben und sich mit ihrer Person zur Verfügung stellen.Bürgermeisterin Barbara Akdeniz: „Angesichts antifeministischer Tendenzen, stereotyper Rollenbilder und wachsender Anfeindungen gegenüber Frauen kommt der Arbeit der Frauenvereine und -initiativen besondere Bedeutung zu. Die aktuellen Diskussionen zu Gewalt gegen Frauen im Internet sind nur die Spitze des Eisbergs patriarchaler Strukturen und Machtmissbrauch. Es ist wichtig, die Arbeit der Frauenvereine sichtbar zu machen. Gerade im Jahr 2026 – dem 40. Gründungsjahr des Darmstädter Frauenbüros – ist es unabdingbar, feministische Frauenpolitik in den Mittelpunkt zu rücken und diejenigen auszuzeichnen, die sich seit vielen Jahren dafür einsetzen oder aber auch aktuelle politische Themen gezielt ansprechen. Die Arbeit der Familienpatinnen und -paten wiederum leistet ebenfalls einen sehr wichtigen Beitrag zur gesellschaftlichen Teilhabe und Solidarität. Menschen in schwierigen oder herausfordernden Lebenssituationen zu unterstützen und zu begleiten, ist eine enorm wichtige Arbeit für die einzelnen Familien, aber auch für die Stadtgesellschaft. Ich danke allen Engagierten für ihren solidarischen, ehrenamtlichen Beitrag für die Menschen in unserer Stadt.“Der Jury zur Verleihung des Preises für soziale Verdienste gehörten unter dem Vorsitz von Bürgermeisterin und Sozialdezernentin Barbara Akdeniz Katrin Jäger (Caritasverband Darmstadt), Martina Jonetat (Der Paritätische Hessen), Jenna Reibold (Regionale Diakonie Südhessen) und Riza Yilmaz (Deutsches Rotes Kreuz KV Darmstadt-Stadt) an.Die Satzung über die Ehrung verdienter Persönlichkeiten und von Jubilaren/Jubilarinnen durch die Wissenschaftsstadt Darmstadt (Ehrungsordnung) sieht vor, in der Regel jährlich für beispielhafte Leistungen und Anstrengungen auf dem Gebiet der ehrenamtlichen Sozialarbeit einen „Preis der Stadt Darmstadt für soziale Verdienste“ zu verleihen.