Prof. Dr. Christian Koch übernimmt Leitung der Klinik für Anästhesiologie und operative Intensivmedizin

Veröffentlicht: Neuigkeiten Ort: Darmstadt

v.l.n.r. Prof. Dr. Martin Welte, Dr. Jörg Noetzel (Medizinischer Geschäftsführer Klinikum Darmstadt) und Prof. Dr. Christian Koch bei der feierlichen Übergabe. Quelle: Klinikum Darmstadt GmbH Wechsel an der Spitze der Anästhesiologie: Die Klinik für Anästhesiologie und operative Intensivmedizin hat seit dem 1. Juli 2026 einen neuen Direktor: Prof. Dr. Christian Koch wechselte vom Universitätsklinikum Gießen und Marburg ans Klinikum Darmstadt. Er folgt auf Prof. Dr. Martin Welte, der nach über 24 Jahren in den Ruhestand geht.Mit dem Ausscheiden von Prof. Welte endet eine Ära. Über sein eigenes Fachgebiet hinaus hat er die Entwicklung des Klinikums Darmstadt maßgeblich mitgestaltet. Als er im Sommer 2002 die Leitung der Klinik für Anästhesiologie und operative Intensivmedizin übernahm, brachte er bereits eine beeindruckende wissenschaftliche und klinische Laufbahn mit: Nach Studium und Ausbildung in Brüssel, Hamburg und München sowie einem Studienaufenthalt an der Harvard Medical School in Boston, USA, war er an der Ludwig-Maximilians-Universität München und anschließend in Berlin, zunächst am Klinikum Benjamin Frankl in der Freien Universität Berlin, dann an der Berliner Charité tätig, bevor ihn sein Weg nach Darmstadt führte.Unter seiner Leitung entwickelte sich die Klinik zu einem leistungsstarken Zentrum für Anästhesiologie, Intensivmedizin, Schmerztherapie und Notfallmedizin. Neue Behandlungsmöglichkeiten wurden etabliert, die intensivmedizinischen Strukturen kontinuierlich ausgebaut und die Rolle des Klinikums als Maximalversorger in Südhessen nachhaltig gestärkt. Meilensteine waren unter anderem der Aufbau des ECMO-Zentrums, die Einführung des va-ECMO-Verfahrens in enger Zusammenarbeit mit der Medizinischen Klinik I, Kardiologie und Internistische Intensivmedizin, der Ausbau der Schmerzmedizin, die Erweiterung der Intensivmedizin um die Intermediate Care Station, die Etablierung eines festen Psychologischen Dienstes auf der Intensivstation sowie die Ansiedlung des Intensivtransportwagens am Klinikum Darmstadt.Auch personell wuchs die Klinik deutlich: Aus einem Team von rund 30 Ärztinnen und Ärzten entwickelte sich eine Abteilung mit 70 Medizinerinnen und Medizinern.Schon früh übernahm Prof. Welte Verantwortung für das gesamte Klinikum. Als Stellvertreter und später Leitender Ärztlicher Direktor sowie zeitweise Medizinischer Geschäftsführer brachte er seine fachliche Kompetenz, sein Organisationstalent und seine ausgeprägte Kommunikationsstärke in die Weiterentwicklung des Hauses ein.Besonders sichtbar wurde sein Wirken während der Corona-Pandemie. Als koordinierendes Krankenhaus der Versorgungsregion übernahm das Klinikum Darmstadt eine zentrale Rolle bei der Versorgung schwerstkranker Patientinnen und Patienten. Gemeinsammit den interprofessionellen Teams gelang es, intensivmedizinische Kapazitäten flexibel auszubauen und die medizinische Versorgung auch unter außergewöhnlichen Bedingungen auf höchstem Niveau sicherzustellen. Dabei blieb Prof. Welte stets nah an seinem Team und unterstützte bei Bedarf selbst im Operationssaal oder auf der Intensivstation.Neben seiner klinischen Tätigkeit engagierte sich Prof. Welte über viele Jahre in Wissenschaft, studentischer Lehre, ärztlicher Weiterbildung sowie der Berufspolitik. Seine Forschungsschwerpunkte lagen unter anderem in der Transfusionsmedizin sowie der Kreislauf- und Schockforschung. Über zwei Jahrzehnte wirkte er an Leitlinien der Bundesärztekammer mit und engagierte sich seit 2007 im Arbeitskreis Blut der Bundesärztekammer. Als Vorsitzender des Landesverbandes Hessen des Berufsverbandes Deutscher Anästhesistinnen und Anästhesisten setzte er sich zudem für die Weiterentwicklung seines Fachgebiets ein. Der deutsche Anästhesiecongress 2018 fand unter seiner Präsidentschaft statt. Für dieses langjährige Engagement wurde er 2025 mit der Anästhesie-Ehrennadel in Silber ausgezeichnet.Neben seinen fachlichen Verdiensten wird Prof. Welte vor allem als Mensch in Erinnerung bleiben. Herzlichkeit, Wertschätzung und Teamgeist prägten seinen Führungsstil ebenso wie die Überzeugung, dass Spitzenmedizin nur gemeinsam gelingt. Mit seinem Eintritt in den Ruhestand hinterlässt er ein hervorragend aufgestelltes Team, moderne intensivmedizinische Strukturen und ein Klinikum, das seine Handschrift in vielerlei Hinsicht trägt.„Prof. Dr. Martin Welte hat nicht nur die Klinik für Anästhesiologie und operative Intensivmedizin über viele Jahre erfolgreich geführt und weiterentwickelt, sondern als Ärztlicher Direktor auch die Entwicklung unseres gesamten Hauses maßgeblich mitgestaltet und geprägt. Für die stets vertrauensvolle, offene und menschlich wie fachlich exzellente Zusammenarbeit bin ich ihm persönlich sehr dankbar und wünsche ihm für die Zukunft alles Gute“, würdigt der Medizinische Geschäftsführer Dr. Jörg Noetzel sein Wirken.Jetzt geht der Staffelstab an Prof. Dr. Christian Koch über. Der 45-Jährige wechselte vom Universitätsklinikum Gießen und Marburg nach Darmstadt. Dort war er zuletzt am Standort Gießen als geschäftsführender Oberarzt der Klinik für Anästhesiologie, operative Intensivmedizin und Schmerztherapie tätig. Seine wissenschaftlichen Schwerpunkte liegen in den Bereichen Sepsis und Inflammation, extrakorporale Organersatzverfahren, Hämodynamik sowie perioperatives Risikomanagement.Prof. Koch, geboren 1981 in Limburg an der Lahn, studierte Humanmedizin an der Justus-Liebig-Universität Gießen und wurde dort 2007 approbiert. Seine klinische und wissenschaftliche Laufbahn führte ihn über Stationen als wissenschaftlicher Mitarbeiter, Funktionsoberarzt und Oberarzt bis zum geschäftsführenden Oberarzt der Klinik für Anästhesiologie, operative Intensivmedizin und Schmerztherapie am Universitätsklinikum in Gießen. 2012 promovierte zum Thema Risikostratifizierung beim akuten Myokardinfakrt und 2014 erhielt er ein Forschungsstipendium des Deutschen Zentrums für Infektionsforschung. Im Jahr 2020 habilitierte er sich im Fach Anästhesiologie und 2024 verlieh ihm die Justus-Liebig-Universität die Bezeichnung außerplanmäßiger Professor. Neben der Facharztausbildung erwarb er Zusatzqualifikationen in Notfallmedizin, anästhesiologischer Intensivmedizin und Transplantationsmedizin sowie die Qualifikation als Leitender Notarzt. 2022 schloss er zusätzlich ein Masterstudiumin Health Business Administration (MHBA) erfolgreich ab. Seine wissenschaftliche Arbeit dokumentieren mehr als 100 Publikationen in internationalen Fachzeitschriften sowie die Verleihung des Dr.-Hilmar-Herbst-Wissenschaftspreis der AGHN 2019 und des Forschungspreises der Reinhard und Barbara Bretzel Stiftung 2024.„Mich reizt an Darmstadt die Verbindung aus exzellenter klinischer Versorgung und einem Umfeld, das gerade neu entsteht: Mit dem Zusammenschluss der Südhessen Kliniken eröffnen sich riesige Gestaltungschancen, und ich freue mich darauf, daran mitwirken zu dürfen“, sagt Prof. Koch.Am Klinikum Darmstadt will Prof. Koch die bestehenden Strukturen in den Bereichen Anästhesie, Intensiv- und Notfallmedizin konsequent weiterentwickeln, den Bereich ECMO gezielt ausbauen und Themen der Ambulantisierung und des perioperativen Risikomanagements vorantreiben - sowie gleichzeitig den anstehenden Aufbau der Südhessen Kliniken aktiv mitgestalten.Dr. Jörg Noetzel blickt der Zusammenarbeit mit dem neuen Klinikdirektor mit großer Zuversicht entgegen: „Ich freue mich außerordentlich, dass wir Prof. Christian Koch für das Klinikum Darmstadt und damit für die Südhessen Kliniken gewinnen konnten. In einem außerordentlich starken Bewerberfeld hat er uns nicht nur mit seiner hohen fachlichen Expertise, sondern auch mit seiner ausgeprägten Hands-on-Mentalität und seiner integrativen Führungskompetenz überzeugt. Gerade mit Blick auf die Weiterentwicklung der Südhessen Kliniken sind das entscheidende Qualitäten. Ich bin überzeugt, dass Prof. Koch wichtige Impulse für die Anästhesie, Intensiv- und Notfallmedizin setzen und die erfolgreiche Arbeit seines Vorgängers gemeinsam mit seinem Team fortführen wird.“