Ruhiger Markt, gezielte Investments: Der Immobilienmarktbericht für das erste Halbjahr 2026 liegt vor

Veröffentlicht: Neuigkeiten Ort: Frankfurt

ffm. Der Gutachterausschuss für Immobilienwerte für den Bereich der Stadt Frankfurt am Main hat die Kaufpreise des ersten Halbjahres 2026 analysiert. Während in den meisten Marktsegmenten sowohl die Verkäufe wie auch der Umsatz abnahmen, stieg der Geldumsatz im Bereich der bebauten Grundstücke bei stabilen Transaktionszahlen um rund 30 Prozent. Dadurch zeigt sich der Geldumsatz insgesamt gegenüber dem Vorjahr stabil, obwohl die Transaktionszahlen um rund 12 Prozent sanken.

Mit 14 Großtransaktionen (Verkäufe über 10 Millionen Euro) wurde im ersten Halbjahr 2026 eine Veräußerung weniger registriert als im Vorjahreszeitraum (1. Halbjahr 2025: 15, 1. Halbjahr 2024: 12), dennoch stieg der Umsatz um rund 30 Prozent auf 0,6 Milliarden Euro, da ein Drittel der Großtransaktionen hochpreisige Verkäufe mit Kaufpreisen von über 60 Millionen Euro waren. Die wirtschaftliche Lage – unter anderem durch den Anstieg der Teuerungsrate – sowie der hohe geopolitische Druck sorgen weiterhin dafür, dass die Marktteilnehmerinnen und Marktteilnehmer nach wie vor zurückhaltend reagieren. Es kommen nur Verkäufe zum Abschluss, bei denen das Verhältnis von Preis, Lage und Qualität die Käufer überzeugt.

Im ersten Halbjahr 2026 wurden 1354 Eigentumswohnungen verkauft, rund 15 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum (1. Halbjahr 2025: 1589). In üblichen Geschosswohnungsbauten erzielten Neubau-Eigentumswohnungen im ersten Halbjahr 2026 mittlere Preise von durchschnittlich 8200 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche. Das ist gegenüber dem Vorjahreszeitraum eine Preissteigerung von rund 7 Prozent. Während die mittleren Preise in der Innenstadt stabil blieben, zeigten sie im sonstigen Stadtgebiet eine Zunahme von rund 12 Prozent. Allerdings wurden nur 60 Neubau-Eigentumswohnungen in der Innenstadt und 13 im sonstigen Stadtgebiet verkauft. Insbesondere, wenn nur wenige Neubau-Eigentumswohnungen zum Verkauf kommen, schwanken die Preise oft abhängig von den Stadtteilen und Lagen, in denen Objekte entwickelt werden.

In der Baujahresklasse ab 1991 ohne Neubau wurde für eine Eigentumswohnung durchschnittlich 6670 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche gezahlt. Die mittleren Preise gingen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um rund 6 Prozent zurück. Während allerdings im Vorjahr in diesem Segment 30 Prozent der Wohnungen mit einem Baujahr von 2020 bis 2023 verkauft wurden, waren es im ersten Halbjahr 2026 nur noch 20 Prozent. Die Verkäufe verteilen sich wieder gleichmäßiger über die Baujahre, sodass der Mittelwert weniger durch die neueren Wohnungen geprägt ist als im Vorjahr. Eigentumswohnungen mit einem Baujahr vor 1919 und der Baujahresklasse 1978 bis 1990 erzielten rund 12 Prozent beziehungsweise rund 19 Prozent höhere Preise als im Vorjahr, da vermehrt Wohnungen in besseren Lagen verkauft wurden.

Im ersten Halbjahr 2026 sank der Rohertragsfaktor bei Mehrfamilienhäusern von 24,2 im ersten Halbjahr 2025 auf 23,1. Dies ist darauf zurückzuführen, dass mehr Objekte in mittleren bis sehr einfachen Lagen außerhalb der Innenstadt zum Verkauf kamen. Obwohl die Umwandlungsgenehmigungs- und Gebietsbestimmungsverordnung zum 31. Dezember 2025 auslief und nicht verlängert wurde, wurden im ersten Halbjahr 2026 lediglich 27 umgewandelte Wohnungen erfasst. In den Jahren 2019 und 2020 lagen diese Umwandlungszahlen noch bei rund 1000 Wohnungen pro Jahr.

Im ersten Halbjahr 2026 wurden 258 Transaktionen von Eigenheimen registriert, was dem Vorjahresniveau entspricht. Der Umsatz in diesem Segment nahm um rund 12 Prozent ab und lag bei 180,3 Millionen Euro (1. Halbjahr 2025: 253 Transaktionen, Umsatz rund 205,5 Millionen Euro). Die Zahl veräußerter Neubau-Einfamilienhäuser sinkt seit Jahren kontinuierlich, da keine entsprechenden größeren Baugebiete zur Verfügung stehen. Im ersten Halbjahr 2026 wurden keine Neubau-Eigenheime verkauft (1. Halbjahr 2024: 6 Transaktionen, 1. Halbjahr 2025: 2 Transaktionen).

Im gewerblichen Sektor blieben die Transaktionszahlen außerdem gegenüber dem Vorjahreszeitraum stabil, der Umsatz stieg um rund 89 Prozent. Dieses Umsatzplus wurde in den Segmenten Büro und Verwaltung und Hotels, Gast- und Vergnügungsstätten erwirtschaftet. Mit fünf Großtransaktionen (Kaufpreis über 10,0 Millionen Euro) wurden in diesen Kategorien zwar rund 44 Prozent weniger Verkäufe beurkundet als im ersten Halbjahr 2024 und 2025 (jeweils neun Verkäufe), hohe Kaufpreise sorgten aber für ein Umsatzplus von rund 77 Prozent.

In Frankfurt stabilisiert das geringe Wohnungsangebot die Preise, gleichzeitig dämpfen die steigenden Zinsen und Baukosten einen weiteren Anstieg. Aufgrund der strukturellen Vorteile des Standortes – Finanzplatz und internationaler Arbeitsmarkt mit einer hohen Mietnachfrage, relativ hohen Einkommen und der internationalen Nachfrage nach hochwertigen Wohnungen – wird sich der Markt vermutlich weiter konsolidieren und stabilisieren. Der Gewerbestandort Frankfurt wird sowohl in den Bereichen Büro und Einzelhandel wie auch im einfachen Gewerbe seine Attraktivität behalten, auch wenn die Risiken in diesem Segment hoch bleiben.

Der Bericht über den Immobilienmarkt Frankfurt am Main im ersten Halbjahr 2026 steht unter gutachterausschuss.frankfurt.de  bei den Pressemitteilungen zur Verfügung.