Sanierung des Mausoleums von Herff auf dem Alten Friedhof
Mausoleum von Herff auf dem Alten Friedhof. Quelle: Wissenschaftsstadt Darmstadt
Der Magistrat der Wissenschaftsstadt Darmstadt hat in seiner jüngsten Sitzung die Sanierung des Mausoleums von Herff auf dem Alten Friedhof beschlossen. Das 1928/29 errichtete Mausoleum ist eines der markantesten Bauwerke des Friedhofs und ein bedeutendes Beispiel expressionistischer Architektur in Darmstadt.Das Gebäude war die zentrale Grablege der weitverzweigten Familie von Herff und befindet sich seit 2023 im Eigentum der Wissenschaftsstadt Darmstadt. Die Bausubstanz ist fast gänzlich im Original erhalten, weist jedoch an einigen Stellen erhebliche Schäden auf. Nachdem ein Sturm 2023 das Kupferdach stark beschädigt hatte, wurde dieses 2024/25 als erste Sicherungsmaßnahme vollständig erneuert. Nun soll die umfassende Sanierung des denkmalgeschützten Gebäudes folgen.„Das Mausoleum von Herff ist in mehrfacher Hinsicht ein außergewöhnliches Kulturdenkmal. Architektur, bildende Kunst und die Geschichte des Alten Friedhofs verbinden sich hier auf besondere Weise. Mit der Sanierung wollen wir diese Qualitäten erhalten und die Geschichte des Gebäudes wieder erlebbar machen“, so Grünflächendezernent Michael Kolmer.Im Mittelpunkt der Arbeiten stehen die Erneuerung des in Teilen stark geschädigten Putzes, die restauratorische Überarbeitung der Fassaden und Reliefs sowie die Verbesserung der Entwässerung. Auch die Außenmauern und Treppenanlagen, der Innenraum sowie die historischen Türen sollen instandgesetzt werden.Zur Umsetzung der Maßnahme versucht die Stadt Darmstadt Drittmittel zur Kompensation der Aufwendungen einzuwerben. Die Arbeiten erfolgen in enger Abstimmung mit der Unteren Denkmalschutzbehörde und auf Grundlage umfassender restauratorischer und bauhistorischer Untersuchungen, die im Vorfeld in Zusammenarbeit mit der TU Darmstadt und der Hochschule Rhein-Main erfolgten.Von besonderer kunsthistorischer Bedeutung sind die Reliefs des Bauhaus-Künstlers Johannes Ilmari Auerbach mit Darstellungen von Jugend, Reife und Alter. Ilmari lebte ab 1925 im Jagdschloss Kranichstein, später in Paris. Die Reliefs gehören zu den wenigen erhaltenen Arbeiten des jüdischen Bildhauers, dessen Werk im Jahr 1933 fast vollständig zerstört wurde.Die Sanierung soll bis zum Jahr 2028 abgeschlossen sein. Dann feiert der Alte Friedhof sein 200-jähriges Bestehen, während sich die Fertigstellung des Mausoleums zum hundertsten Mal jährt. Das Gebäude soll anschließend auch für kulturelle Zwecke genutzt und die Anlage wieder öffentlich zugänglich gemacht werden.