Sechster Hessischer Kämmerertag zu Gast im Frankfurter Römer
Stadtkämmerer Bergerhoff pocht auf „Sommer der Umsetzung“
ffm. Es ist das wichtigste Zusammentreffen der kommunalen Finanzverantwortlichen im Bundesland: der Hessische Kämmerertag. Die sechste Ausgabe fand am gestrigen Dienstag ganztags im Frankfurter Rathaus Römer statt unter dem Motto „Hessenpakt, Sozialstaatsreform, Konnexität: die hessischen Kommunen im Reformjahr 2026“. Stadtkämmerer Bastian Bergerhoff begrüßte als Gastgeber die rund 150 Teilnehmerinnen und Teilnehmer im Kaisersaal mit einem deutlichen Appell an die Bundesregierung: „Was wir Kommunen jetzt von Berlin erwarten: Keine neuen Lasten ohne Geld, keine neuen Gesetze ohne Kommunen.“
In seiner Begrüßungsrede führte Frankfurts Kämmerer aus, wie die kommunale Leistungsfähigkeit in Deutschland zunehmend unter Druck gerate. „Immer neue Aufgaben, immer höhere Standards, immer komplexere Verfahren – aber zu oft ohne ausreichende Finanzierung, ohne Personal, ohne realistische Umsetzungsbedingungen“, beschrieb Bergerhoff die gegenwärtige Situation. Und er forderte: „Es braucht jetzt einen neuen politischen Grundsatz: Weniger Ankündigung, mehr Ermöglichung. Weniger Aufgabenverschiebung nach unten, mehr Vertrauen und auskömmliche Finanzierung. Denn eine resiliente Demokratie braucht starke Kommunen – und starke Kommunen brauchen politische Partner, keine Auftraggeber ohne Kassenlage.“
Dabei formulierte Bergerhoff fünf konkrete Forderungen an die Bundesregierung: „Erstens: Konnexität muss vom Verfassungsprinzip zur Regierungspraxis werden. Kommunen brauchen keine wohlklingenden Aufgabenübertragungen. Wir brauchen belastbare Finanzierungsübertragungen. Zweitens: Schluss mit Fördermittelromantik; wir brauchen verlässliche Basisausstattung. Kommunen scheitern nicht am Reformwillen – sondern an Förderanträgen mit 14 Anlagen. Drittens: Ja zum Sozialstaat, aber nicht auf Kosten der kommunalen Handlungsfähigkeit. Der Bund darf Sozialpolitik nicht länger über kommunale Haushalte finanzieren. Viertens: Investitionsmilliarden helfen nur, wenn Kommunen sie auch umsetzen können. Die größte Investitionsbremse sitzt nicht im Haushalt – sondern im Verfahren. Und fünftens: Die Kommunen müssen früher beteiligt werden. Wer kommunale Wirklichkeit erst nach dem Gesetz bemerkt, regiert an der Praxis vorbei.“
Bergerhoff fasste zusammen: „Kommunen sind nicht das Problem. Kommunen sind ein Teil der Lösung. Wir organisieren den Alltag der Menschen. Wir schaffen die soziale, wirtschaftliche und kulturelle Infrastruktur, die dieses Land trägt. Und wir übernehmen Verantwortung – Tag für Tag.“ Seinen Impulsbeitrag schloss er mit einem weiteren Appell: „Der Herbst der Reformen wurde vollmundig angekündigt. Inzwischen sind der Winter und der Frühling vorbei. Wir Kommunen erwarten jetzt den Sommer der Umsetzung – mit echter Konnexität, verlässlicher Finanzierung und Respekt vor der kommunalen Realität.“
Zu den weiteren Referenten des sechsten Hessischen Kämmerertags zählten unter anderem Kyrill-Alexander Schwarz, Professor für Öffentliches Recht an der Julius-Maximilians-Universität Würzburg, Hessens Finanzminister Alexander Lorz, David Rauber, Geschäftsführer des Hessischen Städte- und Gemeindebundes, Birgit Weckler, Erste Kreisbeigeordnete im Wetteraukreis und Michael Welter, Abteilungsleiter im Hessischen Ministerium für Digitalisierung und Innovation. Veranstalter ist die Zeitschrift „Der Neue Kämmerer“.
Fotos Alexander Lorz (CDU), Finanzminister des Landes Hessen, sprach beim sechsten Hessischen Kämmerertag, Copyright: DNK
Bastian Bergerhoff, Stadtkämmerer der Stadt Frankfurt, begrüßte die Anwesenden als Gastgeber, Copyright: DNK
Rund 150 Teilnehmerinnen und Teilnehmer waren beim Hessischen Kämmerertag in Frankfurt dabei, Copyright: DNK
Das Programm beim Hessischen Kämmerertag bot Gelegenheit zum Austausch und zur Information, Copyright: DNK
ffm. Es ist das wichtigste Zusammentreffen der kommunalen Finanzverantwortlichen im Bundesland: der Hessische Kämmerertag. Die sechste Ausgabe fand am gestrigen Dienstag ganztags im Frankfurter Rathaus Römer statt unter dem Motto „Hessenpakt, Sozialstaatsreform, Konnexität: die hessischen Kommunen im Reformjahr 2026“. Stadtkämmerer Bastian Bergerhoff begrüßte als Gastgeber die rund 150 Teilnehmerinnen und Teilnehmer im Kaisersaal mit einem deutlichen Appell an die Bundesregierung: „Was wir Kommunen jetzt von Berlin erwarten: Keine neuen Lasten ohne Geld, keine neuen Gesetze ohne Kommunen.“
In seiner Begrüßungsrede führte Frankfurts Kämmerer aus, wie die kommunale Leistungsfähigkeit in Deutschland zunehmend unter Druck gerate. „Immer neue Aufgaben, immer höhere Standards, immer komplexere Verfahren – aber zu oft ohne ausreichende Finanzierung, ohne Personal, ohne realistische Umsetzungsbedingungen“, beschrieb Bergerhoff die gegenwärtige Situation. Und er forderte: „Es braucht jetzt einen neuen politischen Grundsatz: Weniger Ankündigung, mehr Ermöglichung. Weniger Aufgabenverschiebung nach unten, mehr Vertrauen und auskömmliche Finanzierung. Denn eine resiliente Demokratie braucht starke Kommunen – und starke Kommunen brauchen politische Partner, keine Auftraggeber ohne Kassenlage.“
Dabei formulierte Bergerhoff fünf konkrete Forderungen an die Bundesregierung: „Erstens: Konnexität muss vom Verfassungsprinzip zur Regierungspraxis werden. Kommunen brauchen keine wohlklingenden Aufgabenübertragungen. Wir brauchen belastbare Finanzierungsübertragungen. Zweitens: Schluss mit Fördermittelromantik; wir brauchen verlässliche Basisausstattung. Kommunen scheitern nicht am Reformwillen – sondern an Förderanträgen mit 14 Anlagen. Drittens: Ja zum Sozialstaat, aber nicht auf Kosten der kommunalen Handlungsfähigkeit. Der Bund darf Sozialpolitik nicht länger über kommunale Haushalte finanzieren. Viertens: Investitionsmilliarden helfen nur, wenn Kommunen sie auch umsetzen können. Die größte Investitionsbremse sitzt nicht im Haushalt – sondern im Verfahren. Und fünftens: Die Kommunen müssen früher beteiligt werden. Wer kommunale Wirklichkeit erst nach dem Gesetz bemerkt, regiert an der Praxis vorbei.“
Bergerhoff fasste zusammen: „Kommunen sind nicht das Problem. Kommunen sind ein Teil der Lösung. Wir organisieren den Alltag der Menschen. Wir schaffen die soziale, wirtschaftliche und kulturelle Infrastruktur, die dieses Land trägt. Und wir übernehmen Verantwortung – Tag für Tag.“ Seinen Impulsbeitrag schloss er mit einem weiteren Appell: „Der Herbst der Reformen wurde vollmundig angekündigt. Inzwischen sind der Winter und der Frühling vorbei. Wir Kommunen erwarten jetzt den Sommer der Umsetzung – mit echter Konnexität, verlässlicher Finanzierung und Respekt vor der kommunalen Realität.“
Zu den weiteren Referenten des sechsten Hessischen Kämmerertags zählten unter anderem Kyrill-Alexander Schwarz, Professor für Öffentliches Recht an der Julius-Maximilians-Universität Würzburg, Hessens Finanzminister Alexander Lorz, David Rauber, Geschäftsführer des Hessischen Städte- und Gemeindebundes, Birgit Weckler, Erste Kreisbeigeordnete im Wetteraukreis und Michael Welter, Abteilungsleiter im Hessischen Ministerium für Digitalisierung und Innovation. Veranstalter ist die Zeitschrift „Der Neue Kämmerer“.
Fotos Alexander Lorz (CDU), Finanzminister des Landes Hessen, sprach beim sechsten Hessischen Kämmerertag, Copyright: DNK
Bastian Bergerhoff, Stadtkämmerer der Stadt Frankfurt, begrüßte die Anwesenden als Gastgeber, Copyright: DNK
Rund 150 Teilnehmerinnen und Teilnehmer waren beim Hessischen Kämmerertag in Frankfurt dabei, Copyright: DNK
Das Programm beim Hessischen Kämmerertag bot Gelegenheit zum Austausch und zur Information, Copyright: DNK