Sonderausstellung „Ikonen auf dem Weg. Schätze aus dem Bode-Museum Berlin“ eröffnet

Veröffentlicht: Neuigkeiten Ort: Frankfurt

Die Ausstellung im Ikonenmuseum läuft bis 30. August

ffm. Am Dienstag, 12. Mai, wurde die Sonderausstellung „Ikonen auf dem Weg. Schätze aus dem Bode-Museum Berlin“ eröffnet. Die erste Sonderausstellung im Ikonenmuseum seit seiner Neueinrichtung würdigt die fast 30-jährige Zusammenarbeit des Museums mit dem Bode-Museum Berlin. Inmitten der Dauerausstellung präsentiert sie ausgesuchte Ikonen der postbyzantinischen und russischen Ikonenmalerei aus der Sammlung des Museums für Byzantinische Kunst, die seit 1999 als Dauerleihgaben im Frankfurter Ikonenmuseum waren. Dabei treten die fein gearbeiteten, vorwiegend kleinformatigen Ikonen der Muttergottes, vom Leben und der Passion Jesu Christi und ausgewählter Heiliger, die der Verehrung im Privaten dienten, in einen Dialog mit den oft aus kirchlichen Kontexten stammenden, dauerhaft ausgestellten Ikonen im Ausstellungsraum.

Wenn im Ausstellungstitel von „Ikonen auf dem Weg“ die Rede ist, dann meint das die Provenienz der ausgewählten Werke, ein im Zuge der Forschung gesammeltes Wissen über die äußerst wechselvolle Geschichte der Berliner Ikonensammlung und die Wege, die die ausgestellten Werke bis hierher zurückgelegt haben. „Ikonen auf dem Weg“ widmet sich einer Auswahl an Ikonen, die nach dieser Ausstellung für die Umsetzung eines Forschungsprojektes nach Berlin zurückkehren.

Besondere Faszination von Ikonen

Als portable Medien zur Kommunikation mit dem Göttlichen sind Ikonen unerlässlich für die religiöse Praxis orthodoxer Christinnen und Christen weltweit. Sie bringen das Heilige und die Heiligen in ihren Alltag. Doch die kunstvollen Darstellungen der Heiligen und ihrer Geschichten in Gold, satten Temperafarben und eigenen Malkonventionen üben auch auf Händlerinnen und Händler, Sammlerinnen und Sammler, Kunstliebhaberinnen und Kunstliebhaber sowie Museumsleiterinnen und Museumsleiter eine besondere Faszination aus. Im 19. Jahrhundert entdeckten europäische Reisende italo-byzantinische, griechische, russische und auch koptische Ikonen als wertvolle Sammel- und Museumsobjekte. Insbesondere möglichst alte Ikonen, die das herausragende kunsthandwerkliche Können in Russland, Griechenland, Italien, dem Balkan wie auch Syrien und Ägypten bezeugten, waren begehrt.

Die Berliner Ikonensammlung: eine der ältesten Museumssammlungen ostkirchlicher Kunst weltweit

Die Ikonen der bereits seit 1821 zusammengetragenen Berliner Sammlung aus diesen Regionen, die aus dem 15. bis 18. Jahrhundert stammen, haben besonders lange und verzweigte Wege zurückgelegt. Mit einem Fokus auf Erwerbung und Provenienz nimmt die Ausstellung diese Wege der Ikonen in den Blick, die sich visuell auch an ihren sonst meist verborgenen Rückseiten nachvollziehen lassen.

Entwicklungen in Gesellschaft, Politik, Sammlungs- und Museumsgeschichte haben sich in die Ikonen anhand von Etiketten, Stempeln und Siegeln ihrer vielen Stationen eingeschrieben. Diese sind in der Ausstellung erstmals zu entdecken, indem besondere Rückseiten einiger Ikonen gezeigt werden. Die Hälfte der 82 Leihgaben aus den Beständen des Bode-Museums wird im September 2026 zurück nach Berlin reisen, während ausgewählte Stücke der Sammlung weiterhin im Frankfurter Ikonenmuseum ausgestellt bleiben. Daher bietet diese Ausstellung die Gelegenheit, die Ikonen näher kennenzulernen, ehe sie ihre nächste Reise zurück nach Berlin antreten. Dort sollen anhand eines Forschungsprojekts Wissenslücken zu ihrer Geschichte geschlossen und Neues über ihr wirkliches Alter, verborgene Malschichten und unbekannte Wege der Ikonen hervorgebracht werden.

Booklet zur Ausstellung

Zur Ausstellung erscheint ein begleitendes Booklet, das jede Ikone in Bild und Text porträtiert und ausgewählte Rückseiten abbildet. In einem ebenfalls enthaltenen Essay widmet sich die Berliner Kunsthistorikerin Annett Alvers der Herkunft und Geschichte der Ikonensammlung des Museums für Byzantinische Kunst im Bode-Museum. Hier fasst sie erste Forschungsergebnisse zu den verschiedenen Etappen der Sammlungsgeschichte und Provenienz zusammen und stellt Akteurinnen und Akteure vor, die diese Sammlung und ihre museale Ausstellung prägten. Die wechselhafte Geschichte der Ikonen einer der ältesten und bekanntesten Museumssammlungen ostkirchlicher Kunst weltweit wird so anhand einzelner Stücke erlebbar.

In einem weiteren Teil des Booklets können diese zurückgelegten Wege der sakralen Kunstwerke im Anschluss an die Ikonenbeschreibungen anhand der aufgelisteten Stationen von Erwerbung und Provenienz exemplarisch nachvollzogen werden.

Die ausführliche Pressemitteilung, Pressebilder und das Booklet zur Ausstellung finden sich unter Museum Angewandte Kunst | Ikonen auf dem Weg .

Kontakt für die Medien

Natali-Lena Pitzer, Leiterin Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Museum Angewandte Kunst, Telefon 069/212-75339 , E-Mail natali-lena.pitzer@stadt-frankfurt.de