Stadt Frankfurt erinnert mit einer Gedenkstunde an die Opfer des Nationalsozialismus
ffm. Am Dienstag, 27. Januar, erinnerte die Stadt Frankfurt mit einer
Gedenkstunde in der Paulskirche an die Opfer des Nationalsozialismus. Im
Mittelpunkt der Veranstaltung stand ein Vortrag von Silas B. R. Kropf
mit dem Titel „Geschichte, die bleibt: Wie historische Erfahrungen die
Gegenwart von Sinti und Roma prägen“. Kropf ist Vorsitzender der
Melde- und Informationsstelle Antiziganismus und freiberuflicher
Referent für Bildung und zivilgesellschaftliches Engagement.
Für den Magistrat der Stadt Frankfurt begrüßte Ina Hartwig, Dezernentin für Kultur und Wissenschaft, die Anwesenden: „Mit der Befreiung von Auschwitz und der Kapitulation Nazi-Deutschlands wurde zwar die nationalsozialistische Mordmaschinerie gestoppt. Hass und Rassismus blieb aber vielerorts in den Köpfen, ein Unrechtsbewusstsein war trotz der Monstrosität der Verbrechen in der deutschen Bevölkerung oft kaum vorhanden.“ [Bild: Ina Hartwig, Dezernentin für Kultur und Wissenschaft, begrüßt die Gäste im Namen des Magistrats der Stadt Frankfurt in der Paulskirche, Copyright: Stadt Frankfurt am Main, Foto: Holger Menzel]
In Frankfurt, erinnerte Hartwig, wurden etwa nach dem Krieg leitende
Funktionen im Stadtgesundheitsamt an die Täter Robert Ritter und Eva
Justin vergeben, obwohl beide maßgeblich an Zwangskastrationen und
medizinischen Experimenten an Sinti und Roma beteiligt waren. Ein
Prozess gegen Ritter wegen seiner Verbrechen Anfang der 1950er Jahre
endete mit der Einstellung des Verfahrens, auch wegen der
antiziganistischen Haltung des zuständigen Staatsanwalts.
Am 27. Januar 1945 wurde das Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz durch Soldaten der Roten Armee befreit. Der 27. Januar ist in Deutschland seit 1996 offizieller Gedenktag in Erinnerung an die Opfer des Nationalsozialismus, seit 2004 auf Beschluss der Generalversammlung der Vereinten Nationen auch Internationaler Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocaust.
„Es ist alarmierend, dass im Deutschland der Gegenwart rassistische, antisemitische und antiziganistische Erzählungen wieder in den öffentlichen Diskurs drängen. In diesem Zusammenhang werden aktuell häufig Vergleiche zur Endphase der Weimarer Republik und dem Aufstieg des Nationalsozialismus gezogen. Tatsächlich finden sich Parallelen. Doch wir sollten uns nicht zu sehr auf diese vermeintliche historische Analogie fokussieren. Denn vielleicht werden die Kräfte des wieder erstarkenden Hasses und der Menschenverachtung auch in Zukunft nicht mit schwarzen Stiefeln und braunen Hemden durch die Straßen marschieren oder offen die Einrichtung von Lagern für die von ihnen diffamierten Menschengruppen fordern. Den Trugschluss, sie seien daher weniger gefährlich, sollten und können wir uns nicht leisten“, schloss Hartwig die Veranstaltung.
Im Anschluss an die Gedenkstunde wurde ein Kranz am Mahnmal für die Opfer der Gewaltherrschaft niedergelegt.
Fotos
Ina Hartwig, Dezernentin für Kultur und Wissenschaft, begrüßt die Gäste im Namen des Magistrats der Stadt Frankfurt in der Paulskirche, Copyright: Stadt Frankfurt am Main, Foto: Holger Menzel
Silas B. R. Kropf, Vorsitzender der Melde- und Informationsstelle Antiziganismus, hält den zentralen Vortrag mit dem Titel „Geschichte, die bleibt: Wie historische Erfahrungen die Gegenwart von Sinti und Roma prägen“, Copyright: Stadt Frankfurt am Main, Foto: Holger Menzel
Die Gedenkstunde an die Opfer des Nationalsozialismus (v.l.): Stadtverordnetenvorsteherin Hilime Arslaner, Bürgermeisterin Nargess Eskandari-Grünberg, Silas B. R. Kropf, Vorsitzender der Melde- und Informationsstelle Antiziganismus, und Ina Hartwig, Dezernentin für Kultur und Wissenschaft, Copyright: Stadt Frankfurt am Main, Foto: Holger Menzel
Den musikalischen Rahmen der Gedenkstunde gestalteten Mitglieder der Roma und Sinti Philharmoniker, Copyright: Stadt Frankfurt am Main, Foto: Holger Menzel
Kranzniederlegung am Mahnmal für die Opfer der Gewaltherrschaft: Silas B. R. Kropf, Vorsitzender der Melde- und Informationsstelle Antiziganismus, und Ina Hartwig, Dezernentin für Kultur und Wissenschaft, Copyright: Stadt Frankfurt am Main, Foto: Holger Menzel
Kontakt für die Medien
Hanna Immich, Pressesprecherin, Dezernat für Kultur und Wissenschaft, Telefon 069/212-49232, E-Mail
hanna.immich@stadt-frankfurt.de
Für den Magistrat der Stadt Frankfurt begrüßte Ina Hartwig, Dezernentin für Kultur und Wissenschaft, die Anwesenden: „Mit der Befreiung von Auschwitz und der Kapitulation Nazi-Deutschlands wurde zwar die nationalsozialistische Mordmaschinerie gestoppt. Hass und Rassismus blieb aber vielerorts in den Köpfen, ein Unrechtsbewusstsein war trotz der Monstrosität der Verbrechen in der deutschen Bevölkerung oft kaum vorhanden.“ [Bild: Ina Hartwig, Dezernentin für Kultur und Wissenschaft, begrüßt die Gäste im Namen des Magistrats der Stadt Frankfurt in der Paulskirche, Copyright: Stadt Frankfurt am Main, Foto: Holger Menzel
Am 27. Januar 1945 wurde das Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz durch Soldaten der Roten Armee befreit. Der 27. Januar ist in Deutschland seit 1996 offizieller Gedenktag in Erinnerung an die Opfer des Nationalsozialismus, seit 2004 auf Beschluss der Generalversammlung der Vereinten Nationen auch Internationaler Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocaust.
„Es ist alarmierend, dass im Deutschland der Gegenwart rassistische, antisemitische und antiziganistische Erzählungen wieder in den öffentlichen Diskurs drängen. In diesem Zusammenhang werden aktuell häufig Vergleiche zur Endphase der Weimarer Republik und dem Aufstieg des Nationalsozialismus gezogen. Tatsächlich finden sich Parallelen. Doch wir sollten uns nicht zu sehr auf diese vermeintliche historische Analogie fokussieren. Denn vielleicht werden die Kräfte des wieder erstarkenden Hasses und der Menschenverachtung auch in Zukunft nicht mit schwarzen Stiefeln und braunen Hemden durch die Straßen marschieren oder offen die Einrichtung von Lagern für die von ihnen diffamierten Menschengruppen fordern. Den Trugschluss, sie seien daher weniger gefährlich, sollten und können wir uns nicht leisten“, schloss Hartwig die Veranstaltung.
Im Anschluss an die Gedenkstunde wurde ein Kranz am Mahnmal für die Opfer der Gewaltherrschaft niedergelegt.
Fotos
Ina Hartwig, Dezernentin für Kultur und Wissenschaft, begrüßt die Gäste im Namen des Magistrats der Stadt Frankfurt in der Paulskirche, Copyright: Stadt Frankfurt am Main, Foto: Holger Menzel
Silas B. R. Kropf, Vorsitzender der Melde- und Informationsstelle Antiziganismus, hält den zentralen Vortrag mit dem Titel „Geschichte, die bleibt: Wie historische Erfahrungen die Gegenwart von Sinti und Roma prägen“, Copyright: Stadt Frankfurt am Main, Foto: Holger Menzel
Die Gedenkstunde an die Opfer des Nationalsozialismus (v.l.): Stadtverordnetenvorsteherin Hilime Arslaner, Bürgermeisterin Nargess Eskandari-Grünberg, Silas B. R. Kropf, Vorsitzender der Melde- und Informationsstelle Antiziganismus, und Ina Hartwig, Dezernentin für Kultur und Wissenschaft, Copyright: Stadt Frankfurt am Main, Foto: Holger Menzel
Den musikalischen Rahmen der Gedenkstunde gestalteten Mitglieder der Roma und Sinti Philharmoniker, Copyright: Stadt Frankfurt am Main, Foto: Holger Menzel
Kranzniederlegung am Mahnmal für die Opfer der Gewaltherrschaft: Silas B. R. Kropf, Vorsitzender der Melde- und Informationsstelle Antiziganismus, und Ina Hartwig, Dezernentin für Kultur und Wissenschaft, Copyright: Stadt Frankfurt am Main, Foto: Holger Menzel
Kontakt für die Medien
Hanna Immich, Pressesprecherin, Dezernat für Kultur und Wissenschaft, Telefon 069/212-49232