Stadt Frankfurt zeigt sich betroffen über Weggang des S. Fischer Verlags

Veröffentlicht: Neuigkeiten Ort: Frankfurt

ffm. Der Magistrat der Stadt Frankfurt bedauert die Entscheidung des traditionsreichen S. Fischer Verlags, seinen Hauptsitz von Frankfurt nach Berlin zu verlegen: „Für uns als Stadt ist es immer ein Verlust, wenn Unternehmen sich dazu entschließen, zentrale Abteilungen aus Frankfurt abzuziehen. Umso mehr betrübt es uns, dass es sich hierbei um einen Buchverlag handelt, der hier fast 80 Jahre seinen Sitz hatte. Als internationale Messestadt bleibt Frankfurt dank der Buchmesse sowie dank des Mediacampus dennoch ein wichtiger Anziehungspunkt für die Verlagsbranche“, sagt Oberbürgermeister Mike Josef.

Ina Hartwig, Dezernentin für Kultur und Wissenschaft, betont: „Für die Verlags- und Literaturstadt Frankfurt am Main ist der Weggang von S. Fischer keine gute Nachricht. Sie deutet auf die massiven Umbrüche im Verlagswesen hin, die sich seit langem abzeichnen. Ich bin zudem auch persönlich traurig, da mich mit dem Haus eine jahrzehntelange Zusammenarbeit als Autorin und Kritikerin verbindet. Die Stadt Frankfurt hatte stets ein enges und sehr vertrauensvolles Verhältnis zum S. Fischer Verlag.“

Hartwig ergänzt, dass sich die offene und lebendige Frankfurter Stadtgesellschaft auch weiterhin mit literarischen Themen auseinandersetzen wird: „Ich bin überzeugt davon, dass die Frankfurterinnen und Frankfurter an Literatur und Debatten über Texte so interessiert und reflektiert bleiben wie eh und je. Das hat sich gerade wieder beim städtischen Literaturfestival ‚literaTurm‘ gezeigt, das sich mit dem Thema Ost-West auseinandergesetzt hat und bei dem zahlreiche bekannte Autorinnen und Autoren in den Hochhäusern der Stadt aus ihren Büchern gelesen und in zum Teil kontroversen und spannenden Debatten diskutiert haben.“

Die Stadt Frankfurt ist und bleibt zudem Sitz der internationalen Frankfurter Buchmesse und wird auch weiterhin selbstbewusst Literaturfestivals, -veranstaltungen und kritische Debatten wie „literaTurm“, „Lyriktage“ oder „Open Books“ in die interessierte Öffentlichkeit tragen.

Im Koalitionsvertrag der neuen Frankfurter Stadtregierung wurde festgehalten, dass die Zusammenarbeit mit der Buchmesse Frankfurt sogar noch weiter ausgebaut werden soll. Angesichts der zunehmenden Demokratiemüdigkeit ist geplant, über gemeinsame neue Debattenformate – auch in literarischer Form – nachzudenken.

„Ich bin überzeugt: Frankfurt bleibt eine an Literatur und Debatten interessierte Stadt. Die Räume des Lesens und der Reflexion zu bewahren und noch weiter auszubauen, daran arbeiten wir mit ungebrochenem Selbstbewusstsein. Unsere kritische Öffentlichkeit ist durchaus als emphatische Antwort auf die großen Veränderungen in der Medien- und Verlagsbranche zu verstehen: Die Menschen wollen lesen, denken und verstehen. Dies wird auch so bleiben, selbst wenn Verlage – traurigerweise – die Stadt verlassen“, sagt Hartwig. 

Kontakt für die Medien Hanna Immich, Pressesprecherin, Dezernat für Kultur und Wissenschaft, Telefon 069/212-49232 , Mobil 0171/1769719 , E-Mail hanna.immich@stadt-frankfurt.de