Szenisches Konzert über das Ende der Weimarer Republik im Institut für Stadtgeschichte

Veröffentlicht: Neuigkeiten Ort: Frankfurt

ffm. Am Mittwoch, 27. Mai, um 19 Uhr präsentieren OPUS 45 und der Schauspieler Roman Knižka im Institut für Stadtgeschichte ein szenisches Konzertprogramm zu den letzten Jahren der Weimarer Republik.

„Deutschland, siehst du das nicht?“, schrieb Kurt Tucholsky in seinem Gedicht „Deutschland, erwache!“ bereits 1930. Rückblickend wirken diese Worte wie eine Vorahnung auf das Ende der ersten deutschen Demokratie. Weltwirtschaftskrise, Massenarbeitslosigkeit, soziale Not, politische Radikalisierung, Notverordnungen und Präsidialkabinette prägten das gesellschaftliche Klima. OPUS 45 zeichnet die Stationen vom Tod Gustav Stresemanns bis zur Machtübernahme Hitlers in einem eindringlichen Zusammenspiel aus Musik und Texten nach. Dabei entsteht ein vielschichtiges Panorama jener Jahre zwischen Hoffnung, Verunsicherung und politischem Umbruch. Zugleich stellt der Abend die Frage, welche Lehren sich aus dem Scheitern der ersten deutschen Demokratie für die Gegenwart ziehen lassen.

„Der Untergang der Weimarer Demokratie war keineswegs unausweichlich. Zu wenige Menschen nahmen den Kampf um die erste deutsche Republik auf, zu viele nahmen ihr Ende billigend in Kauf oder begrüßten es sogar. Das ist gerade in unserer Gegenwart von großer Aktualität. Geschichte wiederholt sich nicht, aber es lohnt, historische Vergleiche zu ziehen“, sagt Ina Hartwig, Dezernentin für Kultur und Wissenschaft. „Opus 45 nähert sich den letzten Jahren der Republik literarisch und musikalisch und eröffnet damit einen eindringlichen Zugang zu einer historisch entscheidenden Zeit. Ich freue mich, dass das großartige Ensemble schon zum zweiten Mal in Frankfurt und im Institut für Stadtgeschichte zu Gast ist.“

Zu hören sind literarische und dokumentarische Texte von Kurt Tucholsky, Erich Kästner, Mascha Kaléko, Viktor Klemperer, Sebastian Haffner und Dorothy Thompson sowie Musik von Hanns Eisler, Kurt Weill, Erwin Schulhoff, Jean Françaix, Paul Juon. Ergänzt wird das Programm durch zeittypischen Swing und Schlager, unter anderem von Cole Porter und den Comedian Harmonists.

Veranstalter sind OPUS 45 und das Institut für Stadtgeschichte in Kooperation mit dem Dezernat für Kultur und Wissenschaft. Der Eintritt ist frei. Um verbindliche Anmeldung unter Veranstaltungsliste: Institut für Stadtgeschichte Frankfurt  wird gebeten.

Kontakt für die Medien  Kristina Matron, Institut für Stadtgeschichte Frankfurt am Main, Telefon 069/212-30956 , E-Mail kristina.matron@stadt-frankfurt.de