„Tag der Demokratiegeschichte“

Veröffentlicht: Neuigkeiten Ort: Darmstadt

Quelle: Stiftung Orte der deutschen Demokratiegeschichte Die Wissenschaftsstadt Darmstadt beteiligt sich am Samstag, 21. März, mit Aktionen rund um den am 18. März erstmals bundesweit begangenen „Tag der Demokratiegeschichte“. Interessierte können bei einer Stadtrallye und einem interaktiven Informationsstand von 11 bis 17 Uhr auf dem Luisenplatz demokratische Meilensteine neu entdecken. Um 19 Uhr gibt es in der Goldenen Krone ein „Demokratiegeschichte-Pubquiz“. Wer am Quiz teilnehmen möchte, wird um Anmeldung über https://t1p.de/p5xsa gebeten. In Darmstadt wird dieser Aktionstag in enger Kooperation zwischen dem Stadtarchiv und dem Büro für Demokratie und gesellschaftlichen Zusammenhalt gestaltet.OB Hanno Benz: „Demokratische Werte müssen verteidigt und gestärkt werden“Oberbürgermeister Hanno Benz erklärt: „Der in diesem Jahr erstmals begangene ‚Tag der Demokratiegeschichte‘ soll die historischen Etappen unserer parlamentarischen Ordnung sichtbar machen. Daten wie der 18. März stehen für den Übergang von monarchischen Strukturen hin zur Mitbestimmung – von der Mainzer Republik 1793 über die Märzrevolution 1848 bis zur ersten freien Volkskammerwahl der DDR 1990. Diese Ereignisse verdeutlichen, dass demokratische Rechte über lange Zeiträume hinweg entwickelt werden mussten. Der Blick in die Geschichte ist jedoch kein reiner Selbstzweck. Er findet vor dem Hintergrund einer Gegenwart statt, in der demokratische Systeme weltweit unter Druck geraten. Während Menschen in anderen Regionen unter hohem Risiko für grundlegende Rechte demonstrieren, zeigen auch in Deutschland sinkendes Vertrauen in Institutionen und zunehmende Polarisierung, dass die Demokratie in einer Belastungsprobe steckt. Hier setzt auch der Tag der Demokratiegeschichte ein. Es reicht nicht aus, das Erreichte lediglich zu verwalten. Ein Verständnis für die Brüche und Erfolge unserer Geschichte sollte uns vielmehr dazu bewegen, die Funktionsfähigkeit unserer demokratischen Prozesse in der Gegenwart sicherzustellen und weiterzuentwickeln. Denn Geschichte ist auch ein Mittel, um die Voraussetzungen für eine stabile Gesellschaft besser zu verstehen. Demokratische Werte müssen verteidigt und gestärkt werden.“Hintergrund I: Warum der 18. März?Die für den Aktionstag federführende „Stiftung Orte der deutschen Demokratiegeschichte“ beschreibt den 18. März in ihrer Erläuterung zur Datumswahl als bedeutenden Tag der deutschen Demokratiegeschichte, weshalb an diesem Tag an zentrale Ereignisse der deutschen Demokratieentwicklung erinnert werden. So erklärte der rheinisch-deutsche Nationalkonvent am 18. März 1793 die Volkssouveränität und gründete die Mainzer Republik; am 18. März 1848 führten die Barrikadenkämpfe in Berlin zur Märzrevolution, einem zentralen Moment des Kampfes für politische Mitbestimmung. Am 18. März 1920 scheiterte nach einem reichsweiten Generalstreik der Kapp-Putsch gegen die junge Weimarer Republik und der 18. März 1990 markiert die erste und einzige freie Wahl zur Volkskammer der DDR im Zuge der Friedlichen Revolution. Der 18. März eignet sich daher wohl wie kein anderer Tag, um an die wechselvolle Demokratiegeschichte Deutschlands zu erinnern. Bundesweit beteiligen sich mehr als 250 Orte und Institutionen mit Vorträgen, Zeitzeugengesprächen, Lesungen und Stadtspaziergängen.Schirmherr des Aktionstages ist Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier, der in seinem auf https://t1p.de/16c23 abzurufenden Video-Grußwort den Weg zur Demokratie in Deutschland hervorhebt.Hintergrund II: Demokratiegeschichte in DarmstadtAuch Darmstadt hat Demokratiegeschichte geschrieben: Dafür stehen der namhafte Darmstädter Historiker und liberale Politiker Georg Gottfried Gervinus, einer der Göttinger Sieben und Demokratie-Vordenker des Vormärz, aber auch Georg Büchner und seine Geschwister Luise, Ludwig und Alexander. Dazu der Wegbereiter der 1848er Revolution, Ludwig Weidig, die prominenten Darmstädter 1848er Wilhelm Schulz, August Metz und der aus Darmstadt kommende Präsident des Paulskirchen-Parlaments Heinrich von Gagern. Außerdem die Darmstädter Freiheits- und Widerstandskämpfer gegen die NS-Diktatur Wilhelm Leuschner, Carlo Mierendorff, Theodor Haubach, Ludwig Schwamb, Käthe Kern und Elisabeth Schumacher und nicht zuletzt der erste Regierungspräsident von Darmstadt, Ludwig Bergsträsser, der einer der maßgeblichen Väter der Hessischen Landesverfassung 1946 und des bundesdeutschen Grundgesetzes 1949 war und sein Leben lang für mehr Demokratie-Bildung für alle kämpfte.Weiterführende Informationen zum Thema gibt es auf https://t1p.de/wqevg, https://www.darmstadt.de/demokratiegeschichte oder https://www.demokratie-geschichte.de/.