Tag der offenen Tür: 2og:dondorf in Bockenheim zeigt erstmals Räumlichkeiten

Veröffentlicht: Neuigkeiten Ort: Frankfurt

ffm. Zu einem ersten Tag der offenen Tür laden Initiativen aus Wissenschaft, Kultur und Stadtgesellschaft ins 2og:dondorf am Samstag, 21. März, von 13 bis 20 Uhr ein. An diesem Tag gibt es ein vielfältiges, buntes Programm bei freiem Entritt. Die unterschiedlichen Initiativen, die das zweite Obergeschoss der ehemaligen Dondorf-Druckerei in der Gabriel-Riesser-Weg 3 nutzen, stellen sich und ihre Arbeit vor. Zum Abschluss gibt es am Abend Live-Jazzmusik und einen offenen Ausklang. im

Kulturdezernentin Ina Hartwig betont: „Mit der Zwischennutzung der ehemaligen Dondorf-Druckerei hat die Bespielung des Kulturcampus begonnen. Es ist ganz wunderbar, zu sehen, wie eine Idee hier Wirklichkeit wird und ehemals leerstehende Räume jetzt kulturell zwischengenutzt werden. Zunächst durch die Schirn Kunsthalle und nun auch hier im zweiten Obergeschoss durch die Bespielung der vielfältigen Initiativen. Dadurch entsteht eine Dynamik, die sich sehr positiv auf Bockenheim und ganz Frankfurt auswirkt. Die kulturelle Zwischennutzung leerstehender Räume in der Stadt ist ein Prinzip, das wir in Frankfurt inzwischen immer häufiger praktizieren. Und das sehr gut funktioniert!“

Ein Ort mit Geschichte – und einem Auftrag für die Gegenwart

Die Geschichte der ehemaligen Dondorf-Druckerei reicht weit zurück und erklärt, warum seine Zukunft in Frankfurt so intensiv verhandelt wird. Aus der im 19. Jahrhundert gegründeten Druckfabrik der jüdischen Familie Dondorf entwickelte sich ein bedeutender Industrieort. Das prägende Backsteingebäude entstand 1890. 1928 ging das Gelände an die Union-Druckerei, 1933 wurde diese im Nationalsozialismus zerschlagen und der Ort für Propagandadruck genutzt. Seit 1961 dienten die Gebäude der Goethe-Universität. In den vergangenen Jahren setzten sich besonders die „Initiative Dondorf-Druckerei“ und das Kollektiv „Die Druckerei für Alle“ öffentlich für den Erhalt des Ensembles und eine gemeinwohlorientierte Öffnung ein. Dass heute eine neue Nutzung möglich ist, ist Ergebnis eines Zusammenwirkens vieler Seiten: des Engagements aus der Stadtgesellschaft ebenso wie der Kooperation von Land Hessen, Stadt Frankfurt und der Schirn Kunsthalle Frankfurt.

Gerade weil das Gebäude für so viele unterschiedliche Frankfurterinnen und Frankfurter zu einem wichtigen Erinnerungs-, Konflikt- und Zukunftsort geworden ist, entsteht daraus ein besonderer Auftrag für seine heutige Nutzung. Das 2og:dondorf ist ein Anfang: kein fertiger Endzustand, sondern der bewusste Beginn eines offenen, gemeinsam getragenen Ortes, der die Breite der Frankfurter Stadtgesellschaft abbilden will. Diese Leitidee entspricht auch dem Selbstverständnis des Projekts als offener Kultur- und Bildungsort, der Wissenschaft, Erinnerungskultur, Kunst und Nachbarschaft zusammendenkt. Das Projekt 2og:dondorf

Das 2og:dondorf versteht sich als Netzwerkknoten im entstehenden Kulturcampus Bockenheim. Es reagiert damit sehr direkt auf die kulturpolitische Logik, kulturelle Infrastruktur nicht nur institutionell zu sichern, sondern Räume für Kultur zu öffnen, Kooperationen zwischen unterschiedlichen Akteurinnen und Akteurren zu ermöglichen und Institutionen stärker mit Stadtgesellschaft und Nachbarschaft zu verschalten. „Wir möchten, dass das zweite Obergeschoss ein offener Arbeits-, Lern- und Begegnungsraum wird, mit Studios für die Initiativen, einem Community-Space als konsumfreiem dritten Ort und Formaten, in denen Forschung, kulturelle Praxis und Öffentlichkeit aufeinandertreffen. Wir verstehen uns selbst deshalb auch als ‚Community für Communities‘“, sagt Luca Ganz, der Sprecher des 2og:dondorf.

Das 2og:dondorf wird in den kommenden Wochen und Monaten ein interessantes Programm anbieten und unter anderem auch bei der Nacht der Museen am Samstag, 25. April, mit dabei sein.

Raumkonzept und Nutzung

Das räumliche Konzept des 2og:dondorf folgt einer einfachen, aber bewusst gesetzten Struktur: Im hinteren Bereich der Etage befinden sich die Studios der Initiativen, in denen gearbeitet, geforscht, produziert und Programminhalte entwickelt werden. Im vorderen Bereich liegt der Community-Space, der als offener Aufenthalts- und Begegnungsraum gestaltet ist. Diese räumliche Anordnung verbindet konzentrierte Arbeit mit öffentlicher Zugänglichkeit und schafft eine klare Schnittstelle zwischen Initiativen und Stadtgesellschaft.

Der Community-Space kann während der Öffnungszeiten von Besucherinnen und Besucher als Aufenthaltsraum ohne Konsumzwang genutzt werden – zum Lesen, Arbeiten, Kennenlernen oder einfach, um Zeit im Raum zu verbringen. So entsteht ein niedrigschwelliger Ort für Begegnung im Alltag.

Gemeinnützige oder gemeinwohlorientierte Initiativen, Projekte oder Gruppen, die sich mit der Idee des Hauses identifizieren können, haben außerdem die Möglichkeit, eigene Veranstaltungen oder Formate im Community-Space anzufragen.

Ein regelmäßiger Treffpunkt ist zudem der Offene Montag: Jeden Montag ab 16 Uhr ist der Community-Space geöffnet, und beim Public Abendbrot kommen Nachbarinnen und Nachbarn, Initiativen sowie Besucherinnen und Besuchern zusammen. Das Format stärkt den Raum als kontinuierlichen Ort der Begegnung und des Austauschs.

Beteiligte Initiativen vor Ort

Beteiligt sind Initiativen und Institutionen aus Wissenschaft, Kultur und Stadtgesellschaft, darunter:

Institut für Sozialforschung (IfS) Institut für sozial-ökologische Forschung (ISOE) Interzone Verein Studienkreis Deutscher Widerstand 1933–1945 Verein Freunde Bockenheims Verein Frankfurter Archiv der Revolte Verein Spirax Verein Aelita Initiative Dondorf-Druckerei (IDD)

Das 2og:dondorf wird neben der Förderung durch das Kulturamt der Stadt Frankfurt wesentlich durch die beteiligten Initiativen getragen, die eigene Ressourcen – Zeit, Wissen, Technik, Netzwerke und finanzielle Beiträge – einbringen. Dadurch entsteht eine gemeinsam nutzbare Plattform, die über individuelles Eigentum hinausgeht und auf Zusammenarbeit basiert.

So schaffen die Initiativen eine geteilte Infrastruktur, die insbesondere jenen Akteurinnen und Akteuren Zugang und Handlungsspielräume eröffnet, denen Räume und Mittel sonst nicht selbstverständlich zur Verfügung stehen.

Weitere Information finden sich unter 2ogdondorf.de . Das vollständige Programm zum Tag der offenen Tür und eine ausführliche Vorstellung des Projekts und der Initiativen finden sich im Anhang als PDF-Dokument.

Anfragen für mögliche Raumnutzung können per E-Mail an india@ort3.de  gerichtet werden.

Download Vollständige Programm zum Tag der offenen Tür 

Fotos Luca Ganz, Sprecher 2og:dondorf, und Kulturdezernentin Ina Hartwig über der Plattensammlung im 2og:dondorf. Auch der Verein Spirax öffnet am Tag der offenen Tür sein Studio für elektronische Musik und audiovisuelle Kultur und lädt zum Ausprobieren von DJ-Technik ein, Copyright: Stadt Frankfurt am Main, Foto: Isaak Papadopoulos 

Luca Ganz, Sprecher 2og:dondorf, und Ina Hartwig, Dezernentin für Kultur und Wissenschaft, im 2og:dondorf, Copyright: Stadtd Frankfurt am Main, Foto: Isaak Papadopoulos 

Vinyl-Plattensammlung im 2og:dondorf (v.l.): Marc Hofmann von 2og:dondorf, Kulturdezernentin Ina Hartwig, Flavio Freudenberger und Luca Ganz, beide von 2og:dondorf, Copyright: Stadt Frankfurt am Main, Foto: Isaak Papadopoulos 

Kulturdezernentin Ina Hartwig und Luca Ganz im 2og:dondorf, Copyright: Stadt Frankfurt am Main, Foto: Isaak Papadopoulos 

Kontakt für die Medien Luca Ganz, ort3 gUG, E-Mail info@ort3.de