Unterstützung für Frauen mit Migrationshintergrund beim Berufseinstieg

Veröffentlicht: Neuigkeiten Ort: Darmstadt

Quelle: Shutterstock - Studio Romantic Das Projekt „MY TURN – MY CHOICE“, das darauf abzielt, Frauen mit Migrationserfahrung den Einstieg in den deutschen Arbeitsmarkt zu erleichtern, wurde bis Ende 2028 verlängert. In der zweiten Förderphase richtet sich das Angebot an EU-Bürgerinnen, Drittstaatenangehörige sowie anerkannte geflüchtete Frauen mit gesichertem Aufenthaltsstatus oder doppelter Staatsbürgerschaft. Das Programm enthält neue Workshops, IT-Trainings und Coaching-Angebote.Für Frauen mit Migrationshintergrund ist der Berufseinstieg oft mit erheblichen Herausforderungen verbunden: Anerkennungsverfahren für im Ausland erworbene Abschlüsse, bürokratische Abläufe, sprachliche Hürden und familiäre Verpflichtungen – insbesondere die Kinderbetreuung – führen dazu, dass diese Frauen mehr Zeit benötigen als Männer, um beruflich Fuß zu fassen.Das Projekt wird im Verbund Frauen für Frauen e.V. – Zentrum Information Beratung Bildung (ZIBB) und femkom Frauenkompetenzzentrum e.V. umgesetzt und ist Teil des bundesweiten Programms „MY TURN – Frauen mit Migrationserfahrung starten durch“. Die Förderung erfolgt durch das Bundesministerium für Arbeit und Soziales sowie die Europäische Union über den Europäischen Sozialfonds Plus mit 2,5 Millionen Euro für sechs Jahre. Rund 90 Prozent der Projektkosten werden aus Bundes- und EU-Mitteln finanziert, kofinanziert durch die Wissenschaftsstadt Darmstadt und den Landkreis Darmstadt-Dieburg.Das Angebot richtet sich an formal geringqualifizierte Frauen mit Migrationserfahrung und erhöhtem Unterstützungsbedarf. Im Mittelpunkt stehen individuelle Beratung, Coaching und Qualifizierung, orientiert an der persönlichen Lebenssituation der Teilnehmerinnen. Ziel ist der Einstieg in eine sozialversicherungspflichtige, existenzsichernde Beschäftigung, eine Ausbildung, Weiterbildung oder Selbstständigkeit. Ein wesentlicher Erfolgsfaktor ist die enge Zusammenarbeit mit der Agentur für Arbeit, dem Jobcenter, der Kreisagentur für Beschäftigung sowie kommunalen Stellen.Die Erfahrungen aus dem Projekt zeigen: Frauen mit Migrationserfahrung benötigen Zeit und intensive Begleitung. Im Durchschnitt nehmen die Teilnehmerinnen rund 1,5 Jahre am Projekt teil. Viele sind hoch motiviert, fühlen sich jedoch orientierungslos oder allein. Häufig fehlen grundlegende Informationen zu Bewerbungsverfahren, Anerkennungswegen oder passenden Weiterbildungsangeboten. Eine Teilnehmerin beschreibt ihre Situation zu Beginn so: „Jetzt bin ich endlich nicht mehr alleine.“ Durch die Teilnahme an MY TURN gewinnen die Teilnehmerinnen neues Selbstvertrauen und entwickeln klare berufliche Perspektiven. Eine Teilnehmerin sagt rückblickend: „MY TURN ist ein Wendepunkt in meinem Leben. Mir fehlten Informationen über den Arbeitsmarkt in Deutschland.“Die Umsetzung des Projekts erfolgt in Modulen, Workshops und individuellem Einzelcoaching. Zu den zentralen Inhalten gehören Sprachförderung, digitale Kompetenzen, Persönlichkeits- und Perspektiventwicklung. Alle Angebote finden zu familienfreundlichen Zeiten an den Standorten Groß-Umstadt (ZIBB) und Darmstadt (femkom) statt.Die bisherigen Ergebnisse belegen den Nutzen des Projekts: Von etwa 200 Teilnehmerinnen haben zwei Drittel am Ende der ersten Förderphase die ersten Schritte in Qualifizierung, Weiterbildung, Ausbildung und Arbeit gemacht.Die erfolgreiche Umsetzung fand auch auf Bundesebene Anerkennung: Christine Brinkmann aus dem Bundesministerium für Arbeit und Soziales, besuchte das Projekt vor Ort. Christel Sprößler, Sozial- und Jugenddezernentin des Landkreises Darmstadt-Dieburg, erklärt: „Es ist mir eine Herzensangelegenheit, mich vor Ort für die Belange und Wünsche der Menschen einzusetzen und so die Lebensqualität der Bürgerinnen und Bürger stetig zu verbessern.“Auch Barbara Akdeniz, Bürgermeisterin der Wissenschaftsstadt Darmstadt, betont: „Während politisch auf Bundesebene gefordert wird, früher in den Beruf einzusteigen, sind die Herausforderungen, in Arbeit zu kommen, für viele Frauen derzeit besonders groß. ZIBB und femkom bauen hier eine wichtige Brücke zur Unterstützung. Frauen mit Migrationserfahrung benötigen häufig mehr Zeit und individuelle Begleitung, dies muss bei den Förderlinien und der Arbeit vor Ort Berücksichtigung finden.“Kontakt:Zentrum Information Beratung Bildung, Frauen für Frauen e.V.Steinschönauer Straße 4 b, 64823 Groß-Umstadt, Tel.: 06078 967600E-Mail: info@zibb-umstadt.de femkom FrauenkompetenzzentrumWienerstraße 78, 64287 Darmstadt, Tel.: 06151 428840E-Mail: mail@femkom.de