Vertragsunterzeichnung
v.l.n.r. Generalsekretärin Dr. Julia Cloot und Präsident Ingo Schulze von der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung sowie Oberbürgermeister Hanno Benz und Stadtkämmerer André Schellenberg von der Wissenschaftsstadt Darmstadt bei der Unterzeichnung des Vertrages. Quelle: Wissenschaftsstadt Darmstadt
Die Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung wird baldmöglichst zurück ins Große Haus Glückert ziehen: Nach erfolgreichen Restaurierungsarbeiten der Wissenschaftsstadt Darmstadt verbunden mit der Ausstattung moderner Haustechnik und der energetischen Ertüchtigung, kann die Akademie wieder an ihren Stammsitz auf der Mathildenhöhe zurückkehren. Einen entsprechenden Vertrag unterschrieben Oberbürgermeister Hanno Benz, Stadtkämmerer André Schellenberg für die Wissenschaftsstadt Darmstadt sowie Präsident Ingo Schulze und Generalsekretärin Dr. Julia Cloot für die Akademie.„Mit diesem Vertragsabschluss bekennen wir uns nicht nur zum Schutz und zur Pflege eines herausragenden Kulturdenkmals, sondern auch zu seiner lebendigen kulturellen Nutzung“, sagt Oberbürgermeister und Kulturdezernent Hanno Benz. „Die Mathildenhöhe ist für Darmstadt nicht nur museal, sondern ein Ort des Aufbruchs, der Auseinandersetzung und der Gegenwart. Dass hier die Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung auch wieder das Große Haus Glückert nutzen wird, passt in besonderer Weise zu unserer Stadt und zu unserem Verständnis von kultureller Verantwortung.“Die Akademie wird also weiterhin das Haus Olbrich und künftig auch Räume im Großen Haus Glückert nutzen. Damit wird die enge Verbindung zwischen der Stadt und einer der maßgeblichen literarischen Institutionen Deutschlands sowie das UNESCO-Welterbe Mathildenhöhe als Ort zeitgenössischer Kunst und Kultur weiter gestärkt.Die Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung widmet sich der Pflege und Förderung der deutschen Sprache und Literatur. Seit 1951 hat sie ihren Sitz in Darmstadt. Mit ihrer Arbeit steht sie also für eine Tradition, die in Darmstadt seit jeher auf sprachliche Präzision, geistige Offenheit und kulturelle Debatte setzt.„Die Unterstützung der Akademie ist für uns Ausdruck eines kulturpolitischen Selbstverständnisses, das die Verantwortung für Sprache und Bildung ernst nimmt“, so Benz weiter. „Gerade im Geist des Jugendstils, der in Darmstadt immer auch mit Aufbruch und bürgerschaftlichem Engagement verbunden war, verstehen wir diesen Schritt als Auftrag, kulturelle Orte lebendig zu halten und weiterzuentwickeln.“ Um dem Welterbe-Gedanken Rechnung zu tragen, öffnet die Akademie ihre Räumlichkeiten auch zukünftig zu besonderen Anlässen gegenüber der Öffentlichkeit, zum Beispiel am Welterbetag oder am Tag des offenen Denkmals. Auch werden Erd- und Kellergeschoss gemeinsam von Stadt und Akademie genutzt und das Foyer kann auch für kulturelle Veranstaltungen und städtische Empfänge verwendet werden.Das Große Haus Glückert wurde 1901 von Joseph Maria Olbrich für den Hofmöbelfabrikanten Julius Glückert entworfen und gehört als bedeutendes Kulturdenkmal und Bestandteil des UNESCO-Welterbes Mathildenhöhe zu den prägenden Orten der Darmstädter Kulturgeschichte. Dass das Gebäude den Zweiten Weltkrieg weitgehend unbeschadet überstand, verleiht ihm eine besondere Authentizität und unterstreicht seinen ursprünglichen Charakter als Ausstellungs- und Repräsentationshaus.Stadtkämmerer André Schellenberg zeigt sich erfreut, dass mit dem Einzug der Akademie das Restaurierungsprojekt nun seinen runden Abschluss findet: „Mit der Vertragsunterzeichnung haben wir nun das schriftlich fixiert, was während der Restaurierungs- und Renovierungsarbeiten stets besondere Motivation war: der Wiedereinzug der Akademie für Sprache und Dichtung. Wir haben ein Gebäude wieder in Wert gesetzt, was von seiner kulturellen Bedeutung für unsere Stadt größer nicht sein könnte. Nach dem erfolgreichen Abschluss der baulichen Arbeit, kann dort wieder die geistige Arbeit für den Kulturstandort Darmstadt wirken.“Mit dem auf unbestimmte Dauer vereinbarten Vertrag unterstreicht die Wissenschaftsstadt Darmstadt, dass die Mathildenhöhe nicht nur bewahrt, sondern genutzt und weitergedacht wird. „Das Welterbe bleibt damit ein Ort der Begegnung, der Bildung und der kulturellen Arbeit – ein Ort, an dem Geschichte und Gegenwart ineinandergreifen“, so Benz.