Wege ins Handwerk: CraftTech Innovationsforum bringt Startups, Betriebe und Wissenschaft zusammen

Veröffentlicht: Neuigkeiten Ort: Frankfurt

Drittes CraftTech Innovationsforum am 15. September in der Handwerkskammer Frankfurt-Rhein-Main

ffm. Zu einer Karriere im Handwerk führen viele Wege: über die Weiterbildung nach der Ausbildung, über eine Gründung oder über die Übernahme eines bestehenden Betriebs. Möglich ist auch der umgekehrte Weg: Handwerkskompetenz in ein Startup einbringen und Werkzeuge entwickeln, mit denen die Branche vorangebracht werden kann. Das CraftTech Innovationsforum 2026 hat diese Wege sichtbar gemacht. Zum dritten Mal hatten Frankfurt Forward, das Startup-Projekt der Stadt Frankfurt, die Handwerkskammer Frankfurt-Rhein-Main und die Frankfurt University of Applied Sciences (Frankfurt UAS) gemeinsam eingeladen – diesmal in die Räume der Handwerkskammer im Kettenhofweg.

Unter dem Thema „Die Vielfalt im Handwerk“ stand die Frage im Mittelpunkt, wie Innovation und unterschiedliche berufliche Wege die Branche zukunftsfähig halten. Rund 90 Gäste aus Handwerksbetrieben, Gründungsteams und Wissenschaft kamen zusammen. Durch den Abend führte Christoph Krause, Speaker und Podcaster mit den Schwerpunkten Künstliche Intelligenz und Robotik im Handwerk und Mittelstand. Zum Auftakt richteten die drei Partner ein gemeinsames Grußwort an die Gäste.

Fünf Startups zeigten, wie Technologie und Handwerk zusammenwachsen

Im Zentrum des Programms standen fünf Pitches. In jeweils fünf Minuten stellten die Teams ihre Lösungen vor und beantworteten Fragen aus dem Publikum:

„Ab in die Pause“, Nabil Al-Monaoar, Gründer und Entwickler, und Sina Nick: mobile Lösung für Zeiterfassung sowie Stunden- und Urlaubskontrolle „Cosy Green“, Alexander Hirsch, CEO: KI-gestützte Heizungsoptimierung für Mehrfamilienhäuser „Kenergy Solutions“, Jacob Bürkle und Marcel Decker, Co-Founder: vollautomatisierte Photovoltaik-Planung auf Basis von Satellitendaten „Clawbuis“, Samir Ballhausen, Schreinermeister und Gründer: agentisches KI-System für den Arbeitsalltag im Handwerk, von der Planung über die Kalkulation bis zur Stückliste „Iwand“, Iwan Laumann, Gründer und Entwickler: nachhaltiges Raumteiler- und Gestaltungssystem

„Frankfurt lebt davon, dass Branchen sich gegenseitig weiterbringen. Wenn junge Technologieunternehmen und Handwerksbetriebe zusammenarbeiten, entstehen Lösungen, die beide Seiten wettbewerbsfähiger machen. Deshalb führen wir dieses Format bewusst fort“, sagte Nils Kößler, Bürgermeister und Dezernent für Wirtschaft, Recht und Innovation.

Panel-Talk: Karrierewege im und mit dem Handwerk

Wie unterschiedlich der Weg in die berufliche Selbstständigkeit verlaufen kann, zeigte das anschließende Panel. Jens Schirmer-Arendt von Nolte Bedachungen aus Frankfurt berichtete von seiner Unternehmensnachfolge: Nach einer Beratung im Handwerkskammer-Projekt „yourPUSH“ für Studienzweiflerinnen und -zweifler brach er sein Studium ab, absolvierte eine Ausbildung zum Zimmerer, legte die Meisterprüfung ab und übernahm mit Unterstützung der Betriebsberatung der Handwerkskammer Frankfurt-Rhein-Main einen Frankfurter Dachdeckermeisterbetrieb. Der Betrieb besteht seit den frühen 1990er-Jahren, bildet aus und ist neben Steil- und Flachdächern auf Schieferarbeiten, Gründächer und energetische Dachsanierungen spezialisiert. 2025 wurde die Übernahme mit dem Frankfurter Gründerpreis ausgezeichnet.

„Karrierewege wie die von Jens Schirmer-Arendt zeigen, dass Handwerk kein Plan B ist, sondern eine echte Perspektive – mit der Chance, Verantwortung zu übernehmen, ein Unternehmen zu gestalten und die eigene berufliche Zukunft selbst in die Hand zu nehmen“, sagte Handwerkskammer-Präsidentin Susanne Haus.

Eine weitere Perspektive brachten Yasmin Walz, Louise Schneider, Melda Demir und Vinolia Machmor ein. Die vier Architekturstudentinnen gründen derzeit ReUseCity. Ihre Online-Plattform soll Leerstand an Kreativ-Startups vermitteln, den Umbau der Flächen wollen sie über einen regionalen Handwerker-Pool organisieren.

„Mit ReUse-City wird sichtbar, wie aus studentischen Ideen konkrete Antworten auf gesellschaftliche Herausforderungen entstehen können. Die Gründerinnen denken Stadtentwicklung, Kreativwirtschaft und Handwerk zusammen und schaffen damit Mehrwert für die gesamte Region Frankfurt/Rhein-Main. Solcher Gründergeist ist ein wichtiger Motor für Innovation und Transfer. Deshalb fördern wir an der Frankfurt UAS gezielt den Weg von der Idee zur Umsetzung“, sagte Prof. Susanne Rägle, Vizepräsidentin für Forschung, Transfer und Internationalisierung der Frankfurt UAS.

Zusammen machten die Beiträge deutlich: Zum Erfolg im Handwerk führt die Übernahme eines bestehenden Betriebs ebenso wie die Gründung eines Startups oder die Entwicklung eines neuen Geschäftsmodells an der Schnittstelle von Architektur, Kreativwirtschaft und Handwerk.

Worauf es bei der Finanzierung ankommt

Tage Bo Flebbe, Chief of Staff bei Futury, gab anschließend einen Einblick in die Startup-Finanzierung: worauf es bei der Kapitalaufnahme junger Unternehmen ankommt und was Gründungsteams mitbringen müssen, um für Investoren interessant zu werden. Seine Beispiele stammten aus dem Handwerksumfeld.

Kulinarik von Food-Startups aus der Region

Auch kulinarisch setzte das Forum auf Gründergeist: Linda Adams von Atelier Cream präsentierte Premium-Cookies, Gero Kästle und Daniela Escobar Balaguerra von Jake’s Beverages stille Limonaden mit natürlichen Aromen und Marius Hörle von der Bäckerei Ouwe Bio-Sauerteigbrot. Die drei Startups waren mit eigenen Ständen vor Ort, das Catering kam von Foodvoju aus Karben.

Nach dem offiziellen Programm setzte sich der Austausch am Buffet und an den Ständen fort. Darum geht es beim CraftTech Innovationsforum: die richtigen Menschen aus Handwerk, Startups und Wissenschaft zusammenzubringen und Raum für gemeinsame Vorhaben zu schaffen.

Zum Hintergrund Das CraftTech Innovationsforum startete 2024 als Auftakt einer Kooperation von Handwerkskammer Frankfurt-Rhein-Main, Frankfurt UAS und Frankfurt Forward. Die zweite Auflage im September 2025 im House of Science and Transfer (HoST) der Frankfurt UAS stand damals unter dem Leitgedanken „Vom Werkzeug zum smarten Assistenten“ und rückte Künstliche Intelligenz in den Mittelpunkt. 2026 standen die Menschen und ihre Wege im Vordergrund.

Kontakt für die Medien Emma Litten, Frankfurt Forward, Telefon 069/173266268 , E-Mail e.litten@frankfurtforward.com 

Valeska Falkenstein, Handwerkskammer Frankfurt-Rhein-Main,Telefon 069/97172125 , E-Mail falkenstein@hwk-rhein-main.de 

Pressestelle, Frankfurt University of Applied Sciences, Telefon 069/15333048 , E-Mail pressestelle@fra-uas.de