Werner Ebert: Der Förster, der den Frankfurter Stadtwald prägte

Veröffentlicht: Neuigkeiten Ort: Frankfurt

Gedenkstein erinnert künftig an den langjährigen Leiter des Frankfurter Forstamts

ffm. Er setzte auf Mischwald, als noch großflächig Kiefern den Frankfurter Stadtwald prägten: Werner Ebert, ehemaliger und letzter Leiter des damaligen Frankfurter Forstamts, hat die Entwicklung des Stadtwaldes insbesondere in den 1970er Jahren maßgeblich geprägt. Unter bestehende Kiefernbestände ließ er Buchen pflanzen und schuf damit die Grundlage für artenreichere und stabilere Mischwälder.

Mit einem Gedenkstein im Oberwald würdigen die Stadt Frankfurt und die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald (SDW) in Frankfurt nun sein Engagement. Die Einweihung findet am Sonntag, 6. September, um 14 Uhr statt. Alle Interessierten sind eingeladen.

„Werner Ebert hat mit seinem vorausschauenden Blick den Frankfurter Stadtwald nachhaltig geprägt. Er hat Entscheidungen getroffen, deren Bedeutung weit über seine Amtszeit hinausreicht. Gerade angesichts von Hitze und Trockenheit zeigt sich heute, wie wichtig sein Engagement für einen vielfältigen und stabilen Wald war“, sagt Tina Zapf-Rodriguez, Dezernentin für Klima, Umwelt, Stadtsauberkeit, Frauen, Diversität und Migration.

Nach dem Zweiten Weltkrieg waren große Bereiche des Stadtwaldes mit Kiefern aufgeforstet worden, um den hohen Holzbedarf der Nachkriegszeit zu decken. Ebert setzte bewusst auf eine andere Entwicklung und förderte den Umbau der Bestände hin zu artenreicheren Mischwäldern.

Was damals auf den ersten Blick ungewöhnlich erschien, erweist sich aus heutiger Sicht als vorausschauende Entscheidung. Vielfältige Mischwälder sind widerstandsfähiger gegenüber den Folgen der Klimakrise und können besser mit Hitze und Trockenheit umgehen. Zugleich sind stabile Waldbestände auch für den Waldbrandschutz von Bedeutung. Die Herausforderungen der Klimakrise standen dabei zu Eberts Zeiten noch nicht im Mittelpunkt – umso bemerkenswerter ist die langfristige Wirkung seiner Entscheidung.

Die Veranstaltung findet im Oberwald an der Kesselbruchschneise/Ebertschneise, direkt hinter dem Gatter am Parkplatz Grastränke/Monte Scherbelino, statt.

Die Einweihung wird musikalisch von Jagdhornbläsern begleitet. Zu den Rednerinnen und Rednern gehören unter anderem Zapf-Rodriguez sowie Andreas Knöffel, Vorsitzender der SDW in Frankfurt.

Die Veranstaltung wird gemeinsam vom Grünflächenamt und der SDW in Frankfurt organisiert.

Anreisehinweis Mit dem Auto von der Sachsenhäuser Warte kommend die Babenhäuser Landstraße Richtung Offenbacher Kreuz fahren. Die Ausfahrt Monte Scherbelino nutzen und rechts auf den Parkplatz Kesselbruchschneise fahren. Dann durch das Wildschutztor gehen.

Mit der Buslinie M36 bis zur Endstation Hainer Weg fahren, durch das Wildschutztor in den Wald gehen und dem Hainer Weg bis zur ersten Wegegabelung folgen. Dort links halten und auf der Ebertschneise etwa 20 Minuten bis zur Kesselbruchschneise wandern.