Wie sieht Frankfurt 2040 aus? Interaktiver Stadtrundgang macht Klimapolitik erlebbar

Veröffentlicht: Neuigkeiten Ort: Frankfurt

FÖJ’lerin entwickelt Spiel für Smartphone und Tablet

ffm. Quälende Hitze plagt die Großstadt Frankfurt am Main im Jahr 2040. Das muss allerdings nicht so sein. Denn Klimaschutz und -anpassung können das urbane Leben wieder gesünder und genießbar machen. Doch was sind die richtigen Schritte? Die 20-jährige Carlotta Giordano absolviert im Klimareferat der Stadt Frankfurt ihr Freiwilliges Ökologisches Jahr (FÖJ) und hat sich intensiv mit dieser Frage auseinandergesetzt. Entstanden ist daraus ein interaktives Spiel für Mobiltelefone und Tablets, welches als PDF-Anwendung funktioniert.

„LogIN: Frankfurt am Limit und du entscheidest“ folgt dem Prinzip eines interaktiven Stadtrundganges. „In meinem Projekt schlüpfen die Teilnehmenden in die Rolle von Klimaexpert:innen im Jahr 2040 in Frankfurt“, erläutert die FÖJlerin. An insgesamt acht Stationen in der Innen- und Altstadt müssen die Spielerinnen und Spieler Entscheidungen treffen, die das Klima beeinflussen. Online geht die interaktive Herausforderung am Donnerstag, 11. Juni, dem bundesweiten Hitzeaktionstag.

Trinkbrunnen oder Bio-Bäckerei?

Wie im echten Leben stehen Spielerinnen und Spieler vor schwierigen Herausforderungen. Denn für jede Maßnahme gibt es Kosten- und Klimapunkte. Was bringt mehr am Rathenauplatz: Ein Trinkbrunnen oder als Stadt Fläche für eine Bio-Bäckerei zur Verfügung zu stellen? Oder vielleicht gleich die Instandhaltung für die ganze Kleinmarkthalle übernehmen und so den regionalen Handel stärken? Entscheidungen mit Konsequenzen: „Sammeln die Teilnehmenden zu wenig Klima- oder zu viele Kostenpunkte, scheitern sie und können die Stadt nicht vor dem Klima-Kollaps retten“, beschreibt Giordano das Prinzip. „Mit dieser vagen Idee stand ich ganz zu Beginn des Vorhabens meiner Projektarbeit“, erinnert sie sich. Danach kamen die nächsten Schritte: „Ich habe Themen recherchiert, mögliche Tourstopps gesammelt, mir die Hintergrundstory ausgedacht, Texte geschrieben und die verzweigten Wege koordiniert“, berichtet die FÖJ’lerin.

Projektarbeit fördert Kreativität und Engagement

„Die eigenständige Projektarbeit ist ein wichtiger Bestandteil des Freiwilligen Ökologischen Jahres. Sie ermöglicht es jungen Menschen, eigene Ideen zu entwickeln und umzusetzen. Das Ergebnis von Carlotta Giordano zeigt eindrucksvoll, wie viel Kreativität und Engagement dabei entstehen können. In unserer Abteilung begleiten wir die FÖJler:innen und ihre Projekte dabei“, sagt Anne Schuster, Leiterin der Abteilung Kooperation im Klimareferat.

Das Ergebnis der Projektarbeit spiegelt die vielen Facetten der Frankfurter Klimapolitik wider, wie sich an den anderen Stationen des Spiels erkennen lässt. Hier geht es um Inhalte wie die energetische Sanierung eines Hauses in der Altstadt oder die Nutzung von Abwärme aus Rechenzentren, um nur einige Beispiele zu nennen.

An den jeweiligen Stationen warten immer wieder knifflige Weichenstellungen, die schon der Konzeptionerin einiges Kopfzerbrechen bereiteten: „Kompliziert fand ich, die unterschiedlichen Entscheidungsmöglichkeiten und die daraus folgenden Wege zu strukturieren und diese dann mit der passenden Punktezahl zu kombinieren. Gleichzeitig hat mir gerade dieser Teil sehr viel Spaß gemacht“, erinnert sich Giordano an eine von mehreren Herausforderungen.

Modernen Klimaschutz spielerisch erleben

Fachlichen Input gab es von den Kolleginnen und Kollegen des Klimareferates. Auch flossen eigene Erfahrungen aus der Mitarbeit an den verschiedenen Projekten des Klimareferates ein. „Trinkbrunnen, Entsiegelung, Solardächer oder nachhaltiges Wirtschaften – eigentlich ist alles in dem Spiel dabei, was ich im Klimareferat über modernen Klimaschutz gelernt habe“, sagt Giordano, die auch im Instagram-Auftritt des Referates, TeamFrankfurtKlimaschutz , ihre Spuren hinterlässt.

Die Kolleginnen und Kollegen konnten allerdings nicht bei jeder Frage während der gut ein halbes Jahr währenden Arbeit an dem Projekt helfen. Hier war dann erweitertes Teamwork außerhalb des Klimareferates gefragt. Ein externer Spieleentwickler wurde zurate gezogen und um sein Feedback gebeten. Womit es nicht genug war: Der Freundeskreis und andere FÖJ’lerinnen durften als Testerinnen und Tester für das Spiel herhalten.

Das Spiel bietet sich für alle Altersgruppen ab zwölf Jahren an und kann alleine oder in einer Gruppe von zwei bis fünf Personen gespielt werden.  Zum Ablaufen der Tour wird eine App benötigt, die Links in PDFs erkennt.

Den Zugang zu „LogIN: Frankfurt am Limit und du entscheidest“ gibt es unter Freiwilliges Ökologisches Jahr | Stadt Frankfurt am Main , wo sich auch Informationen zum FÖJ beim Klimareferat finden. Eine Stelle für 2026/27 ist übrigens noch zu besetzen.

Text: Ulf Baier

Fotos FÖJlerin Carlotta Giordano mit dem von ihr entwickelten Spiel (1), Copyright: Stadt Frankfurt am Main, Foto: Ulf Baier 

FÖJlerin Carlotta Giordano mit dem von ihr entwickelten Spiel (2), Copyright: Stadt Frankfurt am Main, Foto: Ulf Baier 

Carlotta Giordano, Copyright: Stadt Frankfurt am Main, Foto: Ulf Baier 

Carlotta Giordano bei der Arbeit im Klimareferat, Copyright: Stadt Frankfurt am Main, Foto: Ulf Baier 

Kontakt für die Medien Ulf Baier, Kommunikation, Klimareferat, Telefon 069/212-39438 , E-Mail ulf.baier@stadt-frankfurt.de