Wiederentdeckt und neu genutzt: Adolf-Meyer-Pavillon wird Quartierspavillon im Sommerhoffpark
Zwischennutzung startet 2026 als Auftakt für denkmalgerechte Sanierung
und Quartiersentwicklung
ffm. Der denkmalgeschützte Adolf-Meyer-Pavillon im Sommerhoffpark wird künftig mit Leben gefüllt: Mit einer mehrjährigen Zwischennutzung öffnet die Stadt Frankfurt das ehemalige Kita-Gebäude an der Gutleutstraße 317 für die Nachbarschaft. Die Zwischennutzung bildet den Auftakt für die denkmalgerechte Sanierung und eine langfristige, bedarfsgerechte Umnutzung des Gebäudes und ist zugleich ein wichtiger Baustein der Transformation des westlichen Gutleutviertels.
Der Pavillon wurde 1927/28 nach Plänen des Architekten Adolf Meyer errichtet und ist auch ein bedeutendes Zeugnis des „Neuen Frankfurt“. Adolf Meyer (1881-1929) war ein – heute weniger bekannter – Wegbereiter der klassischen Moderne und enger Mitarbeiter von Walter Gropius. Als Meister für Architektur am Bauhaus war er maßgeblich an Schlüsselbauten wie dem Fagus-Werk in Alfeld an der Leine und dem Musterhaus „Haus Am Horn“ in Weimar beteiligt. In Frankfurt plante und errichtete er beispielsweise auch das Prüfamt 6 der Städtischen Elektrizitätswerke in der Gutleutstraße 280.
Die besondere architekturhistorische Bedeutung des ursprünglich von Meyer als Kinderhort konzipierten, langgestreckten und pavillonartigen Bauwerks wurde im Juli 2025 mit der Aufnahme in das Denkmalverzeichnis des Landes Hessen offiziell anerkannt. Der funktionalistische Bau steht exemplarisch für eine Architektur, die Offenheit, Gemeinschaft und Zweckmäßigkeit miteinander verbindet – Qualitäten, die auch für die heutige Quartiersentwicklung von zentraler Bedeutung sind.
Hintergrund zum Gebäude
Das Gebäude sowie die südlich angrenzenden Freiflächen von rund 3600 Quadratmetern befinden sich im Eigentum der Stadt Frankfurt. Das Gebäude ist aktuell ungenutzt, da es sich in einem schlechten baulichen Zustand befindet. Auch aufgrund seiner geringen Größe wäre es heute nicht mehr wirtschaftlich als Kindertagesstätte zu betreiben. Mit der denkmalrechtlichen Einstufung im Juli 2025 entwickelte das Stadtplanungsamt neue Pläne für eine Umnutzung im Rahmen der Quartiersentwicklung des „Produktiven Quartiers Gutleut-West“.
Zwischennutzung als erste Entwicklungsphase
In einer ersten Phase wird der Adolf-Meyer-Pavillon für eine Zwischennutzung geöffnet. Diese erste Phase (Initialphase) ist auf einen Zeitraum von fünf Jahren angelegt. Das Ziel besteht darin, den Pavillon frühzeitig wieder in das Quartier einzubinden und als offenen Treff- und Austauschpunkt für das Gutleutviertel zu etablieren.
Geplant sind unter anderem ein Kiosk mit Außengastronomie des Betreibers „Orange Beach“, Spiel- und Aufenthaltsangebote für Kinder, kleinere kulturelle Formate sowie eine barrierefreie öffentliche Toilette. Ergänzend sollen niedrigschwellige Mitmachangebote und selbstorganisierte Aktivitäten aus dem Quartier ermöglicht werden, wie beispielsweise Stadtgärtnern („Urban Gardening“). Dabei wirken lokale Initiativen, das AWO-Quartiersmanagement und die KEG als städtischer Vertreter und Betreiber eng zusammen. Der Sommerhoffpark nimmt hierbei eine besondere Rolle ein: Als grünes Bindeglied zwischen dem Westhafen-Areal und dem Gutleutviertel gewinnt der Park durch die neue Nutzung des Pavillons an Aufenthaltsqualität – insbesondere in einem Stadtteil, in dem entsprechende Angebote bislang begrenzt sind.
Zeitplan und Entwicklungsphasen
Die Umsetzung des Quartierspavillons folgt einem definierten Zeitplan: Im ersten Quartal 2026 erfolgt die Übergabe des Gebäudes vom Amt für Bau und Immobilien an die KEG. Hiermit beginnt auch die erste Phase (Initialphase). Bis Sommer 2026 soll die Grundversorgung des Gebäudes hergestellt werden, sodass im Anschluss die Zwischennutzung starten kann. In den folgenden Jahren sollen unterschiedliche Nutzungskonzepte erprobt und weiterentwickelt werden.
Parallel dazu sind frühzeitig Beteiligungsformate sowie der Einstieg in die detaillierte Sanierungsplanung vorgesehen (zweite Phase). Spätestens ab dem Jahr 2031 ist die Umsetzung der denkmalgerechten Sanierung geplant. Ab 2033 soll der Dauerbetrieb mit einer langfristigen, bedarfsgerechten Nutzung beginnen (dritte Phase).
Einordnung in die Transformation des Gutleutviertels
Die Entwicklung des Adolf-Meyer-Pavillons ist Teil der schrittweisen Transformation des westlichen Gutleutviertels. Ziel ist es, das Gebiet zu einem produktiv-nutzungsgemischten, klimaangepassten und gemeinwohlorientierten (gegebenenfalls produktiven) Quartier weiterzuentwickeln. Der Ansatz setzt auf kooperative Verfahren, Beteiligung der Stadtgesellschaft und eine phasenweise Umsetzung.
Für das Gesamtprojekt „Produktives Quartier Gutleut-West“ hat die Stadt Frankfurt im Herbst 2025 eine Förderzusage des Landes Hessen in Höhe von 1,1 Millionen Euro im Rahmen des Programms „Nachhaltiges Wohnumfeld“ erhalten – die genannten Fördersumme beinhaltet auch den Eigenanteil der Stadt Frankfurt von 15 Prozent der Gesamtsumme. Der Pavillon im Sommerhoffpark ist ein früh sichtbarer Baustein dieser Quartierstransformation.
Abschluss im Jubiläumsjahr „100 Jahre Neues Frankfurt“
Die Zwischennutzung des Adolf-Meyer-Pavillons bildet zugleich einen markanten Schlusspunkt des Jubiläumsjahres „100 Jahre Neues Frankfurt“. Mit der Wiederentdeckung und Öffnung des Pavillons wird ein Ort aktiviert, der die Ideen des „Neuen Frankfurt“ – Gemeinwohlorientierung, Offenheit und soziale Verantwortung – in die Gegenwart übersetzt und neue Perspektiven für das Quartier eröffnet.
Marcus Gwechenberger, Dezernent für Planen und Wohnen, sagt: „Der Adolf-Meyer-Pavillon verbindet das architektonische Erbe des ‚Neuen Frankfurt‘ mit den heutigen Anforderungen an lebendige Quartiere. Mit der Zwischennutzung schaffen wir einen offenen Ort für Begegnung, Mitmachen und Zusammenkommen. Mein Dank gilt der Nachbarschaftsinitiative, dem Quartiersmanagement und dem großen Engagement vor Ort – ohne diesen Einsatz wäre diese Zwischennutzung nicht möglich. Solche Initiativen sind ein wichtiger Baustein für lebendige Quartiere. Gleichzeitig gewinnen wir wertvolle Erkenntnisse für die denkmalgerechte Sanierung und eine langfristige Nutzung, die sich an den tatsächlichen Bedarfen im Quartier orientiert.“
Fotos Marcus Gwechenberger, Dezernent für Planen und Wohnen, beim Pressetermin zur Nutzung des Adolf-Meyer-Pavillons im westlichen Gutleutviertel, Copyright: Stadtplanungsamt Frankfurt am Main
Außenansicht des denkmalgeschützten Adolf-Meyer-Pavillons, Copyright: Stadtplanungsamt Frankfurt am Main
Eine Innenansicht des Adolf-Meyer-Pavillons, Copyright: Stadtplanungsamt Frankfurt am Main
Kontakt für die Medien Sebastian Tokarz, Referent für Öffentlichkeitsarbeit, Dezernat für Planen und Wohnen, Telefon 069/212-71055, E-Mail
presse.dezernat03@stadt-frankfurt.de
ffm. Der denkmalgeschützte Adolf-Meyer-Pavillon im Sommerhoffpark wird künftig mit Leben gefüllt: Mit einer mehrjährigen Zwischennutzung öffnet die Stadt Frankfurt das ehemalige Kita-Gebäude an der Gutleutstraße 317 für die Nachbarschaft. Die Zwischennutzung bildet den Auftakt für die denkmalgerechte Sanierung und eine langfristige, bedarfsgerechte Umnutzung des Gebäudes und ist zugleich ein wichtiger Baustein der Transformation des westlichen Gutleutviertels.
Der Pavillon wurde 1927/28 nach Plänen des Architekten Adolf Meyer errichtet und ist auch ein bedeutendes Zeugnis des „Neuen Frankfurt“. Adolf Meyer (1881-1929) war ein – heute weniger bekannter – Wegbereiter der klassischen Moderne und enger Mitarbeiter von Walter Gropius. Als Meister für Architektur am Bauhaus war er maßgeblich an Schlüsselbauten wie dem Fagus-Werk in Alfeld an der Leine und dem Musterhaus „Haus Am Horn“ in Weimar beteiligt. In Frankfurt plante und errichtete er beispielsweise auch das Prüfamt 6 der Städtischen Elektrizitätswerke in der Gutleutstraße 280.
Die besondere architekturhistorische Bedeutung des ursprünglich von Meyer als Kinderhort konzipierten, langgestreckten und pavillonartigen Bauwerks wurde im Juli 2025 mit der Aufnahme in das Denkmalverzeichnis des Landes Hessen offiziell anerkannt. Der funktionalistische Bau steht exemplarisch für eine Architektur, die Offenheit, Gemeinschaft und Zweckmäßigkeit miteinander verbindet – Qualitäten, die auch für die heutige Quartiersentwicklung von zentraler Bedeutung sind.
Hintergrund zum Gebäude
Das Gebäude sowie die südlich angrenzenden Freiflächen von rund 3600 Quadratmetern befinden sich im Eigentum der Stadt Frankfurt. Das Gebäude ist aktuell ungenutzt, da es sich in einem schlechten baulichen Zustand befindet. Auch aufgrund seiner geringen Größe wäre es heute nicht mehr wirtschaftlich als Kindertagesstätte zu betreiben. Mit der denkmalrechtlichen Einstufung im Juli 2025 entwickelte das Stadtplanungsamt neue Pläne für eine Umnutzung im Rahmen der Quartiersentwicklung des „Produktiven Quartiers Gutleut-West“.
Zwischennutzung als erste Entwicklungsphase
In einer ersten Phase wird der Adolf-Meyer-Pavillon für eine Zwischennutzung geöffnet. Diese erste Phase (Initialphase) ist auf einen Zeitraum von fünf Jahren angelegt. Das Ziel besteht darin, den Pavillon frühzeitig wieder in das Quartier einzubinden und als offenen Treff- und Austauschpunkt für das Gutleutviertel zu etablieren.
Geplant sind unter anderem ein Kiosk mit Außengastronomie des Betreibers „Orange Beach“, Spiel- und Aufenthaltsangebote für Kinder, kleinere kulturelle Formate sowie eine barrierefreie öffentliche Toilette. Ergänzend sollen niedrigschwellige Mitmachangebote und selbstorganisierte Aktivitäten aus dem Quartier ermöglicht werden, wie beispielsweise Stadtgärtnern („Urban Gardening“). Dabei wirken lokale Initiativen, das AWO-Quartiersmanagement und die KEG als städtischer Vertreter und Betreiber eng zusammen. Der Sommerhoffpark nimmt hierbei eine besondere Rolle ein: Als grünes Bindeglied zwischen dem Westhafen-Areal und dem Gutleutviertel gewinnt der Park durch die neue Nutzung des Pavillons an Aufenthaltsqualität – insbesondere in einem Stadtteil, in dem entsprechende Angebote bislang begrenzt sind.
Zeitplan und Entwicklungsphasen
Die Umsetzung des Quartierspavillons folgt einem definierten Zeitplan: Im ersten Quartal 2026 erfolgt die Übergabe des Gebäudes vom Amt für Bau und Immobilien an die KEG. Hiermit beginnt auch die erste Phase (Initialphase). Bis Sommer 2026 soll die Grundversorgung des Gebäudes hergestellt werden, sodass im Anschluss die Zwischennutzung starten kann. In den folgenden Jahren sollen unterschiedliche Nutzungskonzepte erprobt und weiterentwickelt werden.
Parallel dazu sind frühzeitig Beteiligungsformate sowie der Einstieg in die detaillierte Sanierungsplanung vorgesehen (zweite Phase). Spätestens ab dem Jahr 2031 ist die Umsetzung der denkmalgerechten Sanierung geplant. Ab 2033 soll der Dauerbetrieb mit einer langfristigen, bedarfsgerechten Nutzung beginnen (dritte Phase).
Einordnung in die Transformation des Gutleutviertels
Die Entwicklung des Adolf-Meyer-Pavillons ist Teil der schrittweisen Transformation des westlichen Gutleutviertels. Ziel ist es, das Gebiet zu einem produktiv-nutzungsgemischten, klimaangepassten und gemeinwohlorientierten (gegebenenfalls produktiven) Quartier weiterzuentwickeln. Der Ansatz setzt auf kooperative Verfahren, Beteiligung der Stadtgesellschaft und eine phasenweise Umsetzung.
Für das Gesamtprojekt „Produktives Quartier Gutleut-West“ hat die Stadt Frankfurt im Herbst 2025 eine Förderzusage des Landes Hessen in Höhe von 1,1 Millionen Euro im Rahmen des Programms „Nachhaltiges Wohnumfeld“ erhalten – die genannten Fördersumme beinhaltet auch den Eigenanteil der Stadt Frankfurt von 15 Prozent der Gesamtsumme. Der Pavillon im Sommerhoffpark ist ein früh sichtbarer Baustein dieser Quartierstransformation.
Abschluss im Jubiläumsjahr „100 Jahre Neues Frankfurt“
Die Zwischennutzung des Adolf-Meyer-Pavillons bildet zugleich einen markanten Schlusspunkt des Jubiläumsjahres „100 Jahre Neues Frankfurt“. Mit der Wiederentdeckung und Öffnung des Pavillons wird ein Ort aktiviert, der die Ideen des „Neuen Frankfurt“ – Gemeinwohlorientierung, Offenheit und soziale Verantwortung – in die Gegenwart übersetzt und neue Perspektiven für das Quartier eröffnet.
Marcus Gwechenberger, Dezernent für Planen und Wohnen, sagt: „Der Adolf-Meyer-Pavillon verbindet das architektonische Erbe des ‚Neuen Frankfurt‘ mit den heutigen Anforderungen an lebendige Quartiere. Mit der Zwischennutzung schaffen wir einen offenen Ort für Begegnung, Mitmachen und Zusammenkommen. Mein Dank gilt der Nachbarschaftsinitiative, dem Quartiersmanagement und dem großen Engagement vor Ort – ohne diesen Einsatz wäre diese Zwischennutzung nicht möglich. Solche Initiativen sind ein wichtiger Baustein für lebendige Quartiere. Gleichzeitig gewinnen wir wertvolle Erkenntnisse für die denkmalgerechte Sanierung und eine langfristige Nutzung, die sich an den tatsächlichen Bedarfen im Quartier orientiert.“
Fotos Marcus Gwechenberger, Dezernent für Planen und Wohnen, beim Pressetermin zur Nutzung des Adolf-Meyer-Pavillons im westlichen Gutleutviertel, Copyright: Stadtplanungsamt Frankfurt am Main
Außenansicht des denkmalgeschützten Adolf-Meyer-Pavillons, Copyright: Stadtplanungsamt Frankfurt am Main
Eine Innenansicht des Adolf-Meyer-Pavillons, Copyright: Stadtplanungsamt Frankfurt am Main
Kontakt für die Medien Sebastian Tokarz, Referent für Öffentlichkeitsarbeit, Dezernat für Planen und Wohnen, Telefon 069/212-71055