„Wir wollen die Drogenpolitik der Stadt zukunftsfähig und modern aufstellen“

Veröffentlicht: Neuigkeiten Ort: Frankfurt

Die 37-jährige Soziologin Annika Funke ist neue Leiterin des Drogenreferats 

ffm. Neues Jahr, neue Stelle – und neue Impulse für den „Frankfurter Weg“: Annika Funke leitet seit Jahresbeginn das städtische Drogenreferat und gehört mit 37 Jahren zu den absolut jüngsten Amtsleiterinnen und Amtsleitern der Stadt Frankfurt am Main. Dabei bringt die studierte Soziologin und Erziehungswissenschaftlerin reichlich Verwaltungserfahrung, Leitungskompetenzen und einen strategischen Blick mit: Zuletzt arbeitete die „überzeugte Frankfurterin“, die in Hofheim aufgewachsen ist, als Referentin im Gesundheitsbereich im Hessischen Ministerium für Familien, Senioren, Sport, Gesundheit und Pflege. Vier Jahre lang leitete sie außerdem das Referat für Grundsatzangelegenheiten im Ministerbüro für Soziales und Integration und entwickelte davor sechs Jahre lang als Referentin beim Regionalverband FrankfurtRheinMain Strategien und Konzepte für die Region. Unter anderem hatte sie dabei die Projektleitung „Welcome to FrankfurtRheinMain“ inne. [Bild: Annika Funke, Neue Leiterin des Drogenreferats der Stadt Frankfurt am Main, Copyright: Stadt Frankfurt am Main, Foto: Maik Reuß ] Wechsel vom Land zur Kommune

Für den Wechsel von der Landes- auf die kommunale Ebene hat sich Annika Funke sehr bewusst entschieden, sagt sie. Und das nicht nur, weil ihr Herz auch privat für Frankfurt und die Frankfurter Eintracht schlägt, sie mit Freundinnen und Freunden die vielfältigen Möglichkeiten des Stadtlebens genießt oder ihren Bornheimer Hinterhofgarten beackert: „Auf Landesebene behandelt man Themen doch viel abstrakter als auf kommunaler Ebene, wo alle Projekte sehr konkret sind und sich unmittelbar auf die Lebenswirklichkeit der Menschen auswirken.“

Bewusst hat sie sich auch für das konfliktreiche, oftmals „sehr emotionsgeladene“ Thema der Frankfurter Drogenpolitik entschieden, die ein wichtiger Teil des Zusammenlebens der Frankfurter Stadtgesellschaft sei: „Der Frankfurter Weg war richtungsweisend und sehr erfolgreich. Ich freue mich darauf, gemeinsam mit den verschiedenen Akteuren auf diesem Erfolg aufzubauen und die Drogenpolitik in dieser Stadt zukunftsfähig und modern aufzustellen.“ Dass sie mit der Umsetzung des geplanten und deutschlandweit einmaligen Hilfezentrums speziell für crackkonsumierende Menschen auf der offenen Szene ein ganz neues Kapitel des Frankfurter Wegs mitgestalten und sich gleich mit Tag eins in ihrer neuen Funktion kopfüber in ein Mammutprojekt stürzen musste, „ist spannend und absolut motivierend“, sagt sie und lacht – und außerdem stehe sie ja nicht allein. 

Sachlich und evidenzbasiert handeln

Wichtig sei ihr, möglichst sachlich, fachlich, fakten- und evidenzbasiert und strukturiert zu agieren, um emotionale Wogen zu glätten und konstruktive – aber auch innovative – Lösungen voranzubringen. Darin sieht sie auch die zentrale Aufgabe des Drogenreferats. „Wir haben viel Expertise im Team versammelt. Ich möchte motivieren und allen den Raum geben, dass sich diese Qualitäten entfalten können. Laut zu denken und kreativ zu sein, schafft Raum für Innovation.“

Neben dem neuen Hilfezentrum will sie den Schwerpunkt auf die Prävention legen. „Drogenpolitik umfasst weit mehr als die augenfällige Szene im Bahnhofsviertel“.

Fotos Annika Funke ist die neue Leiterin des Drogenreferats der Stadt Frankfurt am Main, Copyright: Stadt Frankfurt am Main, Foto: Maik Reuß 

Das Frankfurter Drogenreferat hat eine neue Leitung: Annika Funke, Copyright: Stadt Frankfurt am Main, Foto: Maik Reuß