Wissenschaftliche Befragung untersucht Folgen des Messerangriffs im Schöntal
Bild: © Mailin Seidel / Stadt Aschaffenburg
Wie wirken einschneidende Gewaltereignisse langfristig auf das Sicherheitsgefühl, den Zusammenhalt und das Miteinander in einer Stadt? Diese Frage steht im Zentrum einer wissenschaftlichen Befragung, die ab 29. Januar in Aschaffenburg startet. Durchgeführt wird die Befragung von der Universität Konstanz mit Unterstützung der Stadt Aschaffenburg. 5.000 zufällig ausgewählte Personen erhalten in den nächsten Tagen eine postalische Einladung zur Teilnahme an der Onlinebefragung.Ausgangspunkt der Studie ist die tödliche Messerattacke im Schöntal vor einem Jahr. Das Ereignis hat Aschaffenburg tief erschüttert und weit über die Stadt hinaus Aufmerksamkeit erfahren. Ziel der Untersuchung ist es, ein differenziertes und empirisch fundiertes Bild davon zu gewinnen, wie die Aschaffenburgerinnen und Aschaffenburger die Tat und ihre Folgen erlebt haben Dabei stehen die persönlichen Erfahrungen und Einschätzungen der Bürgerinnen und Bürger im Vordergrund. Die Befragung befasst sich damit, wie die Tat emotional erlebt und verarbeitet wurde und welche Reaktionen sie ausgelöst hat. Dabei interessiert insbesondere, was den Betroffenen geholfen hat, mit dem Ereignis umzugehen.
Zugleich nimmt die Studie in den Blick, wie sich das Sicherheitsgefühl in Aschaffenburg seit der Tat entwickelt hat und wie die Bürgerinnen und Bürger das gesellschaftliche Klima in der Stadt wahrnehmen. Auch Fragen des Zusammenhalts und der politischen Auseinandersetzungen spielen dabei eine Rolle. So soll ein besseres Verständnis dafür entstehen, wie sich ein solches Gewaltereignis langfristig auf das Zusammenleben in einer Stadt auswirkt. Die Teilnahme an der Umfrage ist freiwillig und erfolgt anonym. Um die Vielfalt der Perspektiven in Aschaffenburg sichtbar zu machen und ein belastbares Gesamtbild zu gewinnen, ist die Beteiligung der eingeladenen Personen von großer Bedeutung. Die Ergebnisse der Studie werden im Anschluss der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.
Weitere Informationen erhalten die eingeladenen Personen mit der persönlichen Einladung zur Befragung.Die Studie wird geleitet von Prof. Dr. Sebastian Koos und Dr. Sandra Walzenbach, Fachbereich für Geschichte und Soziologie, Universität Konstanz.
Ansprechpersonen:
Prof. Dr. Sebastian Koos, sebastian.koos@uni-konstanz.de, +49(0)7531- 88 3003Dr. Sandra Walzenbach, sandra.walzenbach@uni-konstanz.de, +49(0)7531- 88 3345