Wissenschaftsstadt Darmstadt bündelt Kräfte
Entscheidender Impuls für die künftige Standortpolitik: Die städtische Wirtschaftsförderung wird zum 1. Mai 2026 unter das Dach der Darmstadt Marketing GmbH integriert. Das Foto zeigt v.l. Daniel Pfeffer, Geschäftsführer, Anja Herdel, Geschäftsführerin und Oberbürgermeister. Quelle: Wissenschaftsstadt Darmstadt
Oberbürgermeister Hanno Benz setzt einen entscheidenden Impuls für die künftige Standortpolitik: Um die Wirtschaftsförderung schlagkräftiger und serviceorientierter aufzustellen, wurde sie neu strukturiert und wird zum 1. Mai 2026 offiziell unter das Dach der Darmstadt Marketing GmbH integriert. Zur operativen Umsetzung dieser neuen Synergie-Strategie wird Daniel Pfeffer als zweiter Geschäftsführer neben Anja Herdel bestellt.„Die konsequente Stärkung unseres Wirtschaftsstandorts ist für die Zukunftsfähigkeit Darmstadts von zentraler Bedeutung“, erklärt Oberbürgermeister Benz die Strukturreform. „In einer Zeit globaler Krisen müssen wir Darmstadt als attraktiven Wirtschaftsstandort für Bestand und Innovationen profilieren. Mit der Reform verbinden wir die Außenwirkung unseres Stadtmarketings direkt mit einer schlagkräftigen Wirtschaftsförderung, die konsequent auf Entbürokratisierung und Service setzt.“Mit Daniel Pfeffer übernimmt ein erfahrener Fachmann die Leitung der Wirtschaftsförderung. Er wird diese Tätigkeit ergänzend zu seinen bisherigen Aufgaben in der Unternehmensentwicklung bei der HEAG, dem Beteiligungsmanagement der Wissenschaftsstadt Darmstadt, wahrnehmen. Der 44 Jahre alte studierte Wirtschaftsingenieur bringt die nötige Expertise mit, um die vom Oberbürgermeister geschaffene Struktur mit Leben zu füllen.„Ich freue mich sehr auf die Aufgabe und danke dem Oberbürgermeister für das Vertrauen“, so Pfeffer bei seiner Vorstellung. „Die Integration in die Darmstadt Marketing GmbH ist der richtige Schritt zur richtigen Zeit. Es ermöglicht uns, die Wissenschaftsstadt Darmstadt ganzheitlich zu präsentieren und gleichzeitig als agiler Dienstleister für die Unternehmen vor Ort aufzutreten. Auch die Vernetzung und Verzahnung mit der Stadtwirtschaft wird dadurch intensiviert und konsequent genutzt.“Wertschätzung für den Bestand: „Wirtschaftsförderung ist Beziehungspflege“Ein besonderes Augenmerk liegt dabei nicht nur auf Neuansiedlungen, sondern auch auf bereits ansässigen Unternehmen. „Wirtschaftsförderung darf sich nicht allein auf neue Ansiedlungen konzentrieren. Unsere wichtigste Ressource sind die Betriebe und Unternehmen, die Darmstadt bereits seit Jahren und Jahrzehnten die Treue halten“, betont Oberbürgermeister Benz. „Diese Unternehmen verdienen höchste Wertschätzung und eine intensive Bestandspflege. Wir wollen verstehen, wo es Probleme gibt, und wie wir Wachstumschancen am Standort aktiv begleiten können, statt sie durch starre Prozesse zu behindern.“Nachhaltige Stärkung der lokalen WirtschaftUm die lokale Wirtschaft nachhaltig zu stärken und die Vernetzung zwischen Verwaltung und Unternehmen zu intensivieren, setzt die Stadt weiterhin verstärkt auf direkte Dialogformate und strukturelle Beteiligung. Ziel ist es, die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen praxisnah zu gestalten und die Akteure vor Ort aktiv in Entscheidungsprozesse einzubinden.Ein zentraler Baustein dieser Strategie sind persönliche Präsenz-Formate wie „OB vor Ort bei den Gewerbetreibenden“. Diese sind bereits gestartet und sollen es ermöglichen, spezifische Herausforderungen der Gewerbetreibenden direkt im Betrieb zu identifizieren und bürokratische Hürden im persönlichen Gespräch abzubauen.Ergänzt wird dieser direkte Austausch durch standortbezogene Beteiligungsprozesse. Runde Tische, etwa zum Messplatz oder zum EKZ Kranichstein, haben sich bereits als wertvolle Instrumente etabliert. Sie bieten eine Plattform, um die Interessen von Anliegern, Handel und Stadtplanung frühzeitig zu harmonisieren und gemeinsam tragfähige Lösungen zu entwickeln.Um den Austausch auch auf strategischer Ebene zu verstetigen, fungiert ein ständiger Beirat als aktiver Begleiter der Wirtschaftsförderung. In diesem Gremium arbeiten Vertreter der Kammern, Verbände und Gewerkschaften eng zusammen. Durch diese Bündelung von Expertise soll sichergestellt werden, dass die wirtschaftspolitischen Weichenstellungen der Stadt die Realitäten des Arbeitsmarktes sowie der Industrie und des Handwerks widerspiegeln.„Der direkte Draht zu unseren Unternehmen und die enge Abstimmung mit den Sozialpartnern sind die Basis für einen starken Standort“, betont der OB.Modernes und digitales Verwaltungshandeln als ErmöglicherDamit diese Wertschätzung spürbar wird, steht die Entbürokratisierung ganz oben auf der Agenda. „Unternehmen brauchen Geschwindigkeit und klare Lösungen. Wir müssen Verwaltungshandeln als moderne Dienstleistung verstehen“, so der OB. „Ein Standort wird dann unverzichtbar, wenn die Verwaltung nicht bremst, sondern als Partner den Weg ebnet.“Standortvorteile konsequent für Innovation und Wachstum nutzenFür den Oberbürgermeister steht fest: „Gerade in Zeiten globaler Instabilität wird die Qualität des lokalen Standorts zum entscheidenden Erfolgsfaktor. Die Krisen der letzten Jahre haben uns die Verwundbarkeit internationaler Lieferketten vor Augen geführt. Umso wichtiger ist es, unsere infrastrukturelle Stärke vor Ort konsequent zu nutzen, um ein hochattraktives Ökosystem für Neuansiedlungen und Startups zu schaffen.“ Darmstadt bietet hierfür laut dem OB die idealen Voraussetzungen: „Wir setzen darauf, die exzellente Forschungsinfrastruktur unserer Wissenschaftsstadt – von den Hochschulen bis zu den Instituten – direkt mit neuen unternehmerischen Ideen zu verknüpfen. Durch die Integration der Wirtschaftsförderung in die Darmstadt Marketing GmbH schaffen wir die nötige Dynamik, um Gründerinnen und Gründern sowie ansiedlungswilligen Unternehmen nicht nur einen exzellenten Standort, sondern eine Startrampe für Innovationen zu bieten. Wer nach Darmstadt kommt, soll hier einen direkten Zugang zu High-Tech-Netzwerken und einer Verwaltung finden, die als Beschleuniger für neues Wachstum agiert.“