Zukunft Zoo Frankfurt: Das Drei-Säulen-Konzept
ffm. Der Frankfurter Zoo wird zukunftsfähig gemacht und langfristig
umfassend umgestaltet. Das ist das Ergebnis eines umfangreichen
Konzepts, das „Drei-Säulen-Konzept“. Alle drei Säulen sind
inzwischen auch von der Stadtverordnetenversammlung verabschiedet. Damit
ist der Weg frei, um den Zoo Frankfurt neu aufzustellen und zu
modernisieren. Das Kulturdezernat hat aus diesem Anlass einen Kurzfilm
erstellt, der das Konzept verständlicher machen soll. Den Film gibt es
unter Zukunft Zoo Frankfurt: Drei Säulen – ein
Konzept zu sehen.
Ina Hartwig, Dezernentin für Kultur und Wissenschaft, sagt: „Der Zoo Frankfurt ist der zweitälteste Zoo Deutschlands. Er muss dringend saniert und zukunftsfähig gemacht werden. Aber auch über das rein Bauliche hinaus wollen wir unseren Zoo langfristig weiterentwickeln zu einem noch moderneren und vielfältigeren Ort. Die drei Säulen umfassen den Masterplan Zoo – also eine Umgestaltung des Zoos selbst, die zweite Säule meint das Frankfurt Conservation Center, ein global agierendes Kompetenzzentrum für integrierten Naturschutz, das auf dem Zoogelände entstehen wird und die dritte Säule ist die Sanierung des Zoogesellschaftshauses am Zooeingang mit einem eigenen städtischen Kinder- und Jugendtheater.“
Säule 1: Erleben und Lernen – Der Masterplan Zoo
Der Masterplan Zoo sieht vor, das Zoogelände in drei Abschnitten schrittweise umzugestalten. Ziel ist es, verschiedene Landschaftstypen und Ökosysteme nachzubilden – bevölkert von Tiergemeinschaften, wie sie auch in den natürlichen Lebensräumen vorkommen.
Durch die umfangreichen Maßnahmen sollen die Tierhaltung verbessert, die Vermittlungsangebote gestärkt, das Besuchererlebnis gesteigert sowie die nachhaltigere Nutzung von Ressourcen ermöglicht werden.
Zoodirektorin Dr. Christina Geiger sagt: „Derzeit haben wir im Zoo Frankfurt viele klassische, voneinander getrennte Tieranlagen. Diese wollen wir durch Lebensräume und Gemeinschaftsanlagen ersetzen. Unsere Besucherinnen und Besucher sollen eintauchen können in die Welt der Tiere. Man nennt das immersives Zoodesign: Die Grenze zwischen den Räumen, in denen sich Menschen und Tiere aufhalten, sollen nicht mehr so deutlich wahrnehmbar sein. Durch die Nähe entsteht Faszination. Diese möchten wir nutzen, um für die Bedeutung und Schutzwürdigkeit von Artenvielfalt und Naturräumen zu sensibilisieren.“
Geplant sind drei Großlandschaften, die stellvertretend für bedeutende Schutzgebiete der Zoologischen Gesellschaft Frankfurt (ZGF), die Naturschutzorganisation auf dem Zoogelände, stehen. „Den Anfang, wie könnte es anders sein, macht Serengeti, also eine afrikanische Savanne“, sagt Geiger. „Über die Zoologische Gesellschaft haben wir zu diesem Gebiet ja eine besondere Verbindung und lange Tradition.“ In zwei weiteren Umbauphasen folgen Lomami als Repräsentant des tropischen Regenwalds in Afrika und Manú, ein Amazonasgebiet in Peru.
Säule 2: Wissenschaft und Forschung – Das Frankfurt Conservation Center
Die zweite Säule des Konzepts ist ein globales Kompetenzzentrum für integrierten Naturschutz auf dem Gelände des Zoos. Im Nordosten soll das Frankfurt Conservation Center (FCC) entstehen. Für das Gebäude ist die ZGF verantwortlich, das eigentliche Netzwerk und der Verbund läuft unter Federführung der Goethe-Universität, der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung und der Zoologischen Gesellschaft Frankfurt. Zusammen mit dem Zoo und sieben weiteren Partnern aus Wissenschaft und Naturschutz soll im FCC gemeinsam und weltweit vernetzt gearbeitet und geforscht werden, über Fachgrenzen hinausgehend mit neuen Verbindungen zwischen Forschung, Lehre und Praxis. Das Ziel des neuen Zentrums ist es, die globalen Herausforderungen wie den Verlust der Biodiversität und die Klimakrise zu verstehen und Lösungen zu finden.
Dr. Christof Schenck, Geschäftsführer der Zoologischen Gesellschaft Frankfurt beschreibt, warum eine Bündelung der Kompetenzen dringend notwendig ist: „Wir stehen inmitten zweier großer globaler Krisen, die in ihrer zeitlichen und räumlichen Dimension gar nicht erfasst sind und die wir auch nicht ausreichend wahrnehmen: Das ist zum einen der Verlust der Biodiversität, zu dem auch das Artensterben gehört. Wir haben in den letzten 50 Jahren an Land weltweit 70 Prozent der Wildtier- und Wirbeltierbestände verloren. Wahrscheinlich sterben um die 150 Tier- und Pflanzenarten pro Tag aus. Wir dezimieren, minimieren und zerstören die Basis, von der wir selbst abhängen. Der Biodiversitätsverlust und der Klimawandel – das sind die großen Herausforderungen, denen wir uns stellen müssen.“
Das FCC soll genau diese Themen erforschen, weltweite Daten zu Biodiversität und Ökosystemen sammeln und das Thema Naturschutz in Gesellschaft, Wirtschaft und Politik weiter etablieren.
Säule 3: Kulturelle Bildung – Sanierung Zoogesellschaftshaus und Kinder- und Jugendtheater
Die dritte und letzte Säule umfasst die Sanierung des Zoogesellschaftshauses. Dort sollen in Zukunft die Zooverwaltung, die Zooschule und ein eigenes städtisches Kinder- und Jugendtheater einziehen. Der Bedarf dafür ist laut Hartwig groß – angesichts der wachsenden Stadt und der steigenden Zahl an Kindern und Jugendlichen in Frankfurt und Umgebung. Die Junge Theaterwerkstatt am Zoo bespielt bereits das Zoogesellschaftshaus und zeigt, wie Theater, Tanz und Performance mit und für Kinder und Jugendliche an diesem Ort wirken.
„Perspektivisch soll das Kinder- und Jugendtheater ein Ort für junge Menschen werden, der in Zusammenarbeit mit der freien Szene entwickelt wird, wo internationale Gastspiele aber auch regionale und nationale Co-Produktionen initiiert und vielfältige Kunstformen und -formate erlebbar werden. An dem es Workshops, Mitmachprogramme und Gestaltungsmöglichkeiten für junge Menschen gibt und sie in Kontakt kommen mit Theater für ihre Altersgruppe“, sagt Liljan Halfen, Leiterin der Jungen Theaterwerkstatt am Zoo, ein Projekt des Künstler*innenhaus Mousonturm in Kooperation mit TheaterGrueneSosse, in Zusammenarbeit mit dem Verein Paradiesvogel, gefördert durch das Dezernat für Kultur und Wissenschaft, dem Kulturfonds Frankfurt RheinMain, die Stiftung Polytechnische Gesellschaft und die Aventis Foundation.
„Ich freue mich sehr, dass die Stadtverordneten auch diesem dritten, wichtigen Baustein des Drei-Säulen-Konzepts für den Zoo zugestimmt haben. Damit kann dieser für Familien und junge wie alte Menschen so wichtige und attraktive Ort jetzt wirklich umfassend und gut durchdacht für die zukünftigen Generationen weiterentwickelt werden“, sagt Hartwig.
Kontakt für die Medien Hanna Immich, Pressesprecherin, Dezernat für Kultur und Wissenschaft, Telefon 069/212-49232, E-Mail
hanna.immich@stadt-frankfurt.de
Ina Hartwig, Dezernentin für Kultur und Wissenschaft, sagt: „Der Zoo Frankfurt ist der zweitälteste Zoo Deutschlands. Er muss dringend saniert und zukunftsfähig gemacht werden. Aber auch über das rein Bauliche hinaus wollen wir unseren Zoo langfristig weiterentwickeln zu einem noch moderneren und vielfältigeren Ort. Die drei Säulen umfassen den Masterplan Zoo – also eine Umgestaltung des Zoos selbst, die zweite Säule meint das Frankfurt Conservation Center, ein global agierendes Kompetenzzentrum für integrierten Naturschutz, das auf dem Zoogelände entstehen wird und die dritte Säule ist die Sanierung des Zoogesellschaftshauses am Zooeingang mit einem eigenen städtischen Kinder- und Jugendtheater.“
Säule 1: Erleben und Lernen – Der Masterplan Zoo
Der Masterplan Zoo sieht vor, das Zoogelände in drei Abschnitten schrittweise umzugestalten. Ziel ist es, verschiedene Landschaftstypen und Ökosysteme nachzubilden – bevölkert von Tiergemeinschaften, wie sie auch in den natürlichen Lebensräumen vorkommen.
Durch die umfangreichen Maßnahmen sollen die Tierhaltung verbessert, die Vermittlungsangebote gestärkt, das Besuchererlebnis gesteigert sowie die nachhaltigere Nutzung von Ressourcen ermöglicht werden.
Zoodirektorin Dr. Christina Geiger sagt: „Derzeit haben wir im Zoo Frankfurt viele klassische, voneinander getrennte Tieranlagen. Diese wollen wir durch Lebensräume und Gemeinschaftsanlagen ersetzen. Unsere Besucherinnen und Besucher sollen eintauchen können in die Welt der Tiere. Man nennt das immersives Zoodesign: Die Grenze zwischen den Räumen, in denen sich Menschen und Tiere aufhalten, sollen nicht mehr so deutlich wahrnehmbar sein. Durch die Nähe entsteht Faszination. Diese möchten wir nutzen, um für die Bedeutung und Schutzwürdigkeit von Artenvielfalt und Naturräumen zu sensibilisieren.“
Geplant sind drei Großlandschaften, die stellvertretend für bedeutende Schutzgebiete der Zoologischen Gesellschaft Frankfurt (ZGF), die Naturschutzorganisation auf dem Zoogelände, stehen. „Den Anfang, wie könnte es anders sein, macht Serengeti, also eine afrikanische Savanne“, sagt Geiger. „Über die Zoologische Gesellschaft haben wir zu diesem Gebiet ja eine besondere Verbindung und lange Tradition.“ In zwei weiteren Umbauphasen folgen Lomami als Repräsentant des tropischen Regenwalds in Afrika und Manú, ein Amazonasgebiet in Peru.
Säule 2: Wissenschaft und Forschung – Das Frankfurt Conservation Center
Die zweite Säule des Konzepts ist ein globales Kompetenzzentrum für integrierten Naturschutz auf dem Gelände des Zoos. Im Nordosten soll das Frankfurt Conservation Center (FCC) entstehen. Für das Gebäude ist die ZGF verantwortlich, das eigentliche Netzwerk und der Verbund läuft unter Federführung der Goethe-Universität, der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung und der Zoologischen Gesellschaft Frankfurt. Zusammen mit dem Zoo und sieben weiteren Partnern aus Wissenschaft und Naturschutz soll im FCC gemeinsam und weltweit vernetzt gearbeitet und geforscht werden, über Fachgrenzen hinausgehend mit neuen Verbindungen zwischen Forschung, Lehre und Praxis. Das Ziel des neuen Zentrums ist es, die globalen Herausforderungen wie den Verlust der Biodiversität und die Klimakrise zu verstehen und Lösungen zu finden.
Dr. Christof Schenck, Geschäftsführer der Zoologischen Gesellschaft Frankfurt beschreibt, warum eine Bündelung der Kompetenzen dringend notwendig ist: „Wir stehen inmitten zweier großer globaler Krisen, die in ihrer zeitlichen und räumlichen Dimension gar nicht erfasst sind und die wir auch nicht ausreichend wahrnehmen: Das ist zum einen der Verlust der Biodiversität, zu dem auch das Artensterben gehört. Wir haben in den letzten 50 Jahren an Land weltweit 70 Prozent der Wildtier- und Wirbeltierbestände verloren. Wahrscheinlich sterben um die 150 Tier- und Pflanzenarten pro Tag aus. Wir dezimieren, minimieren und zerstören die Basis, von der wir selbst abhängen. Der Biodiversitätsverlust und der Klimawandel – das sind die großen Herausforderungen, denen wir uns stellen müssen.“
Das FCC soll genau diese Themen erforschen, weltweite Daten zu Biodiversität und Ökosystemen sammeln und das Thema Naturschutz in Gesellschaft, Wirtschaft und Politik weiter etablieren.
Säule 3: Kulturelle Bildung – Sanierung Zoogesellschaftshaus und Kinder- und Jugendtheater
Die dritte und letzte Säule umfasst die Sanierung des Zoogesellschaftshauses. Dort sollen in Zukunft die Zooverwaltung, die Zooschule und ein eigenes städtisches Kinder- und Jugendtheater einziehen. Der Bedarf dafür ist laut Hartwig groß – angesichts der wachsenden Stadt und der steigenden Zahl an Kindern und Jugendlichen in Frankfurt und Umgebung. Die Junge Theaterwerkstatt am Zoo bespielt bereits das Zoogesellschaftshaus und zeigt, wie Theater, Tanz und Performance mit und für Kinder und Jugendliche an diesem Ort wirken.
„Perspektivisch soll das Kinder- und Jugendtheater ein Ort für junge Menschen werden, der in Zusammenarbeit mit der freien Szene entwickelt wird, wo internationale Gastspiele aber auch regionale und nationale Co-Produktionen initiiert und vielfältige Kunstformen und -formate erlebbar werden. An dem es Workshops, Mitmachprogramme und Gestaltungsmöglichkeiten für junge Menschen gibt und sie in Kontakt kommen mit Theater für ihre Altersgruppe“, sagt Liljan Halfen, Leiterin der Jungen Theaterwerkstatt am Zoo, ein Projekt des Künstler*innenhaus Mousonturm in Kooperation mit TheaterGrueneSosse, in Zusammenarbeit mit dem Verein Paradiesvogel, gefördert durch das Dezernat für Kultur und Wissenschaft, dem Kulturfonds Frankfurt RheinMain, die Stiftung Polytechnische Gesellschaft und die Aventis Foundation.
„Ich freue mich sehr, dass die Stadtverordneten auch diesem dritten, wichtigen Baustein des Drei-Säulen-Konzepts für den Zoo zugestimmt haben. Damit kann dieser für Familien und junge wie alte Menschen so wichtige und attraktive Ort jetzt wirklich umfassend und gut durchdacht für die zukünftigen Generationen weiterentwickelt werden“, sagt Hartwig.
Kontakt für die Medien Hanna Immich, Pressesprecherin, Dezernat für Kultur und Wissenschaft, Telefon 069/212-49232