Zum 100. Geburtstag der Lyrikerin Elisabeth Borchers

Veröffentlicht: Neuigkeiten Ort: Frankfurt

ffm. Am 27. Februar vor 100 Jahren wurde Elisabeth Borchers geboren. Bis heute ist sie eine der großen Unbekannten der deutschen Literatur der letzten 50 Jahre: Sie war Lyrikerin, Übersetzerin und Herausgeberin bedeutender Anthologien. Als langjährige Lektorin, der der Suhrkamp Verlag viele wichtige Entdeckungen verdankt, war sie eine wichtige Unterstützung für den Verleger und Leiter des Verlages, Siegfried Unseld, der sie einmal als „das literarische Gewissen des Suhrkamp Verlages bezeichnete“.  Ihre zweite Lebenshälfte hat Elisabeth Borchers in Frankfurt am Main verbracht, wo sie 2013 auch verstarb.

Ina Hartwig, Dezernentin für Kultur und Wissenschaft, erinnert an sie: „Elisabeth Borchers war eine beeindruckende Frau. In vielerlei Hinsicht ihrer Zeit voraus, hat sie ein Leben für die Literatur geführt und dies sowohl hinter den Kulissen als auch als genuine Schriftstellerin. Der Skandal rund um das 1960 in der FAZ abgedruckte Gedicht ,eia wasser regnet schlaf‘, ist bis heute unvergessen. Damit hat sie in einem gewissen Sinne die oft beschworene Bedeutungslosigkeit von Lyrik dementiert. Ich erinnere mich mit großem Respekt an Elisabeth Borchers. Die Buch- und Literaturstadt Frankfurt verdankt ihr sehr viel.“

Borchers schrieb auch Kinderbücher, ihre Lyrik wurde mehrfach ausgezeichnet

Elisabeth Borchers wurde am 27. Februar 1926 in Homberg am Niederrhein geboren und wuchs im Elsass auf. Sie arbeitete zudem als Dolmetscherin und Lektorin. Sie begann ihre Tätigkeit zunächst beim Luchterhand Verlag und war danach bis 1998 beim Suhrkamp Verlag tätig. Borchers war Mitglied des P.E.N. Zentrums der Bundesrepublik Deutschland, der Internationalen Erich Fried Gesellschaft für Literatur und Sprache in Wien und der Académie Européenne de Póesie, Luxemburg. Neben zahlreichen Gedichtbänden veröffentlichte sie auch Kinderbücher. Für ihre Lyrik erhielt sie zahlreiche Preise, unter anderem den Roswitha-Preis 1976, den Friedrich-Hölderlin-Preis 1986 und den Horst-Bienek-Preis 2012. Sie verstarb am 25. September 2013 in Frankfurt.

Kontakt für die Medien Hanna Immich, Pressesprecherin, Dezernat Kultur und Wissenschaft, Telefon 069/212-49232 , E-Mail hanna.immich@stadt-frankfurt.de