Zum 125. Geburtstag

Veröffentlicht: Neuigkeiten Ort: Darmstadt

Arvid und Mildred Harnack. Quelle: Wissenschaftsstadt Darmstadt Zum 125. Geburtstag des Darmstädter Widerstandskämpfers Dr. Arvid Harnack (24. Mai 1901) würdigt Oberbürgermeister Hanno Benz dessen Mut im Kampf gegen die NS-Diktatur: „Arvid Harnack zeigte Zivilcourage und bot dem Nationalsozialismus die Stirn, als viele schwiegen oder folgten.“Harnack gehörte gemeinsam mit seiner US-amerikanischen Ehefrau Mildred Harnack-Fish zum Berliner Widerstandsnetzwerk, das von der Gestapo später als „Rote Kapelle“ bezeichnet wurde. Die Gruppe vereinte bis zu 150 Menschen unterschiedlicher Herkunft und politischer Überzeugungen, die sich gegen Krieg, Verfolgung und die NS-Verbrechen engagierten. Lange Zeit wurden ihre Mitglieder in der Bundesrepublik zu Unrecht diffamiert.Benz verweist darauf, dass neuere Forschungen die Widerstandsgruppe differenzierter bewerten: „Die Annahme der Gestapo, die Gruppe sei vor allem sowjetisch gesteuert gewesen, war falsch. Tatsächlich bestanden enge Kontakte insbesondere zu den USA.“Arvid Harnack, Sohn eines Darmstädter Professors, studierte Jura und Nationalökonomie und lernte während eines Studienaufenthalts in den USA seine spätere Frau Mildred kennen. Im Reichswirtschaftsministerium tätig, baute er früh Kontakte zu Regimegegnern auf. Gemeinsam mit Harro Schulze-Boysen und anderen unterstützten die Harnacks Verfolgte, dokumentierten Kriegsverbrechen, verbreiteten Flugschriften und warnten 1941 vor dem deutschen Angriff auf die Sowjetunion.Am 7. September 1942 wurden Arvid und Mildred Harnack verhaftet. Nach Folter wurde Arvid Harnack am 22. Dezember 1942 in Berlin-Plötzensee ermordet. Mildred Harnack-Fish wurde am 16. Februar 1943 ebenfalls hingerichtet – als einzige US-Bürgerin, die vom NS-Regime ermordet wurde.An Harnacks Geburtshaus in der Darmstädter Hochstraße erinnert seit 2002 eine Gedenktafel an ihn. In Berlin wurden 2013 Stolpersteine für Arvid und Mildred Harnack verlegt.